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Alle bisherigen Beziehungen des Nennwortes werdenentweder durch Artikel oder durch Endungen, oderdurch beyde zugleich ausgcdrükt.
Die Einzelnhcit (Tingulsnz) und die Mehrheit(xlurslis) wird gewöhnlich nicht durch ein neues Wort,sondern blos durch einige Veränderung des gleichenWorts ausgcdrükt.
Würden die Nennwörter alle ihre Endungen nurnach einer und der gleichen Form bilden , so würdeauf der einen Seite Eintönigkeit entsteh» , auf derandern Seite würde jeder andere Begriff, anstatt bloseiner besondern Endung, ein besonders ganzes Wortfordern. Nur einer andern Endung bedarf es, undman hat einen andern Begriff, z. B. Empfindung,Empfindniß, Empfindeley; Herz, Herzlichkeit, Herz-haftigkcit. Ohne solche Abänderungen, ivie vieleschleppende Umschreibungen?
Zur Erleichterung des Gedächtnisses aber ordnetman die verschiedenen Endungen in wenige gemeinschaft-liche Formen, Biegungen oder Deklinationen. NachWillkühr vermehrt oder vermindert man sie. Machtman ihrer zu viele, so wird ihre Uebersicht mühsam;macht man zu wenig, so bekömmt man zu viel, eben-falls ermüdende Ausnahmen oder Anomalien. Bodmerund Adclung gicngcn beyde, der erstere auf dieses, derleztere auf jenes Extrem.
Nur fünf Hauptformen oder Declinationen führenwir an. Bey denselben unterscheidet man vorncmm-iich—die erste Endung in der vielfachen Zahl: I - Decli,