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Monatschrift für Helveziens Töchter / von Leonhard Meister
Entstehung
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213
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Alte Gelehrsamkeit

aus dem Kalender.

^ie chwlf himmlischen Zeichen formircn einen Kräisvon Gestirnen. Diejenigen, bey welchen die Sonneden Frühling durch einkehrt, hängen den Widder, denStier, den Zwilling zum Schild aus; die Sommer»Herbergen den Krebs, den Löwen, die Jungfrau; dieherbstlichen die Wage, den Scorpion , den Schüzen;die Winterherbergcn den Stcinbok, den Wassermann,den Fisch. Und wie kommen die Gestirne zu den son-derdaren Benennungen? Gewiß nicht, wegen irgendeiniger Achnlichkcit der Figur. Erhielten sie die Be-nennungen von eiteln Träumern oder kindischen Wiz-lingcn? Auch dieß nicht, sondern vielmehr von Chal-däens chrwirdigen Sehern. Sie waren's, die schonvor Jahrtausenden unter Asiens reinerm Himmel aufden Sternwarten zu Babylon und von MesopotamiensGebirgen den Lauf nnd das Verhältniß der Gestirnebeobachteten. Ohne Schreibkunst aber , ohne Schrift-züge und Buchstaben, wie pflanzten sie ihre Beobach-tungen fort? Unter Bildern stellten sie die Beobach-tungen dar.

Die Zeit zum Pflügen drükten sie durch das Bildoder Zeichen des Stieres aus; die Zeit der Erndtedurch das Bild der Schnitterin oder des Mädchensmit Kornähren; die Zeit der Rükkchr der Sonne durchden Krebs; die Zeit ihres Wiederempvrsteigens nachR