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Monatschrift für Helveziens Töchter / von Leonhard Meister
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234
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zweyte und dritte mißlingt, so verwahrt er uns dochvor Unthätigkcit, und dient zur Uebung der Kräfte.

Heil demder nie zu den Geschäften des Tagesgeht, bevor er sich eines guten zwckmäßigcn Gcdamkens bewußt ist!

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Nein, nicht blos Tchrhcit-, sondern Sünde ist es,wenn wir uns selbst, unsere Zeit, unsere Ruhe, unserDaseyn und Leben den Formalitäten des Lebens , beyHöflichkeitsbezeigungen und Zerstreuungen aufopfern;solchen Zerstreuungen, die uns. selbst innerlich keinenGenuß geben, und nur die Anmaassung gewisser Per-sonen befriedigen, welche uns als Werkzeuge ihrerEitelkeit und ihres Müßigganges bctrachteq.

Keineswegs ynt unserm Wissen und Willen, son-dern der Himmel weiß, aus welcher eigenen MacM-Vollkommenheit wirft sich der Egoiste z.u unsermFreund auf. Indem er ganz willkührlich sich Frcun-dcsrecht snmaaßt, beichuldigt er uns bey der gering-sten Verweigerung eines Dienstes sogleich geradezu derVerrätherey und Treulosigkeit. O mit,, mehr Grunde,du Egoiste, beschuldigen wir selbst dich tyrannischerUsurpation.