^44
Seligkeit der SanGmüthigen.
Sat.;:rr.
thiq werden / gleich wie es unser grosse Gott und HeylandJesus selber gewesen ist/so werden wir bann endlich auch gewißalles ererben. Amen!
Zwey Stuck kommen uns wiederum bey verlesenen Texts-Wortenzubetrachten vor.
I. Müssen wir reden von dem dritten ^KnrnLler/ oder Kenn-Zeichen eines wahren Reichs - Unterthanen des Her-ren Jesu.
n. Bedencken/worinn Jesus setze eines solchen MenschenGlückseligkeit.
I. Das dritte Lenn - Zeichen eines wahren Reichs - Unterthanen-es Königs Jesu ist seyn sanssrmüthig. Selig/ sagt Jesus / sind diesirnffcmüthige. Was Sanffrmuth seye / das ist aus dem Wörtlein sel-ber leicht abzunehmen. Es ist nemlich diejenige Tugend / oder Gott gefäl-lige Beschaffenheit eines Menschen/nach deren er nicht emes zornigen/gäben / häsirgen / neidigen / rachsüchtigen / lasterigen / hiemit harten / soaderhingegen eines gütigen und sanffren Gemüths ist ; oder sie ist diejenigeFrucht des Geistes Gottes/wie Paulus sie hciffet / krafft deren der wahreReichs - Angehörige des Herren Jesu Christi sich hütet vor sündlichem Zorn/und dem daraus entspringenden Haß/Raach und Lästerung / und hingegensich befleiffet eines zahmen / Uou^en und liebreichen Wesens; nach derener darum aus Ueberdenckung und lebendiger Empfindung / ins besonderseines natürlichen Sünden-Elends und der tausentfaltigen Beleydigun-gen/ deren er sich schuldig gemachet gegen seinem Gott: die Unbillen'dieihme auch etwann/ seye es an Leib / Ehr und Gut/zugefügetwerdenvonseinem Nächsten/ mit Gedult und Christlicher Gelassenheit vertragt/ ihmedieselbige von Herzen verzeihet / und an statt sich an ihme zurächen / und ihmeso böses mit bostm zuvergelten/ ihme vielmehr gutes für böses vergütet/und Gott für sein ewiges Heil ohne Unterlas bittet/ auch ihme sein ieb-reiches Gemüth bey allen Anlasen in der That bezeuget; nach weichererüber das mit seinen Schwachheiten Gedult tragt/ die Menge seiner Sün-den mit Liebe bedecket / und ihne/ so er auch etwann irret/ mit Gelinoig-keit wieder aufzurichten und zurecht zubringen trachtet; nach welcher ersich fthrner gegen jedermann/ wie in Worten und Geberden/ so in derThat selber ganz freundlich und liebreich erzeiget / und ja wol niemawemvorsezlich einige Ungerechtigkeit zufüget/sonder die etwann zugefügete so Mdaussöhnet; nach welcher er dannethin selber alles dasjenige/was i)medie Hände Gottes feiner Sünden wegen zuleiden auferleget/ leidet mit
W