i64_Seligkeit der Sünfstmüthigen._
und als ein solcher Gottes Gerechtigkeit wircken solst ? Lege ab und ver-banne aus deinem Hertzen allen Haß. Gott ist die Liebe. Ach wie köntestdu ihme dann gefallen / so in deinem Hertzen noch einiger Haß anzutreffenwäre ? Haß ist eine Tochter des leydigen Teufels / und schicket sich darumzu Gottes Kindern nicht. Hüte dich vor Raachgierrigkeit. , Gott sagt:Die Raach ist mein. 'Ich wil mich an meinen Feinden rächen/ undDeut. ;-r 41. es denen / die mich hasten / vergelten. Ach Wie wurde es dann stehen /so du dieses Gott gleichsam disputiren und sagen wollest: Nein. Sie istmein. Ich wil es schon thun? Hiesse das nicht / das Oimen iselX ^»je-ikris, d. i. das Laster der verletzten Majestät Gottes begehen / und durcheinen verfluchten Stoltz und höllenwürdige Vermessenhett Gott dieses k«-rauben wollen ? Was wurde der König wol sagen / wann sein geringsterStall-Jung und Unterthan sich erfrechen wolle / auf seinen KöniglichenStuhl zusitzen/ und die Majestät des Königs zuvertretten ? Hüte dich auch/will du sanfftmüthig seyn / vor Lästerung. Lästerung ist der eigentlicheCbaracter des Teufels. Der hat von derselbigen nahen seinen Namen;Dann Teufel ist so viel als Lästerer. Wann darum in unserer Ueberse-Lph. 4! -7. zung stehet: Gebetnicht statt dem Teufel/so stehet in anderen: Gebetnicht statt dem Lästerer; Und hingegen wann es in unserer heisset: EinBischofs söl nicht seyn ein Neuling/ aus daß er nicht aufgeblasenwerde/ und in des Lästerers Urtheil falle; So stehet in anderen; Auf>Liui. ;:s. daß er nicht fälle in das Urtheil des Teufels. Ach wollest du dann gantzzum Teufel werden? Haß ist der Schaum des Zorns / und Raach undLästerung sind der Ueberjütt/ hat jemand nicht unfein gesprochen / desHaffes. Hütest du dich darum vor jenem / und tödest diese/ so wird auchLästerung sehrn von dir seyn. Einmahl es kan neben einanderen nicht be-stehen haben ein sanfftmüthiges Hertz und eine lästerende Zung. Die Lä-I. <Lsr. 6; IS sterer werden das Reich Gottes nicht ererben. Und dem hat die Welt/die böse und lästerige Welt/ surnehmlich auch nachzusinnen auf den heu-tigen Tag. Ehrrührige Scheltworts und Ehrendiebische Lästerungen sindund bleiben das Gisst der alten Schlangen/ und ein Zeichen einer von derHollen angezündeten Zungen. Jesus sagt: wer zu seinem BruderMatth.s:--. sägt / du Narr / der wird des höllischen Feuers schuldig seyn; Ge-schweige der / der zu ihm sagt weit mehrers und bösers. Wirst du abergeläfteret / und dir tausend andere Unbill angethan von anderen: Achso bezeuge eben dardurch/daß du sänfstmüthig seyest / daß du nichtBöses mit Bösem/ noch Gcheltworte mit Scheltwörter: vergel-test/ sonder hingegen benedeyest / dieweil du doch weiftest / daß dudazu berufst seyest / daß du die Benedeyung ererbest. Rette dei-