464 Die vielfältige Nothwendigkeit
eine treffe Traurigkeit über die Sünden / eine Christliche Sanfftmueh/einen geistlichen Hunger und Durst nach der Gerechtigkeit / eine mit-leidige Barmherzigkeit/ eine wahre Heryens- Reinigkeit/ die süffe Fried-fertigkeit/ item heilige Gedult und Freudigkeit in Verfolgungen undTrübsalen; welches allzumahl ia / oder doch meistens innerliche Hertzens-Wichten find; Und diesem in den darauf nächst-folgenden Worten/in de-nen er wollen / daß seine Gläubige seyn sollen ein rechtes Salz der Er-den/ geistliche Lichter der Welt/ eine geistliche Stadt/die auf einemBerg liegt/ und nicht mag verborgen seyn/ brennende Reryen / dieda nicht stehen unter dem Viertel/sonder aufdem Leuchter/rc. daßsie hicmit ihr Licht leuchten lassen vor den Menschen / damitauchdie ihre gute wercke sehen / und ihren Vater/ der in Himmeln ist/preisen. Das so ohne äußerliche Verherrlichung Gottes/ und ohne Ab-stattung auch vieler leiblicher Gottsdienstlicher Pflichten und Uebungenunmöglich begriffen werden kan. Und dieses nun ist dasjenige / diese leztereWorte des Herren Jesu Christi sind eben diejenige/ die uns dieser Stundgegen E. And. zuverhandeln find. Euer Lieb seye in der Verhandlung der-selbigen andächtig und aufmercksam.
Du aber/ o grosses und wahres Licht der Welt / o theure-fier Hcyland Jesu Christe / der du scheinest auch selbst in derFinsternuS/ ach leuchte recht auch diestr Stund so krafftig inunseren Herzen/durch den Gnadenschein deines Heil. Geistes/Daß wir aus deinem heiligen Wort / das da eine Kerz ist unse-ren Füssen/ und ein Licht auf unserem Weg/ von unserer schul-digen Pflicht/ so wir anders deine wahre ReichS-Angehörigeseyn wollen/ lebendig überzeuget/ auch krafftig und heilsam-lich bewogen werden / in das könfftig uns als brennende undscheinende Kenen in dem Haufe der finstern Welt in deinemDienst zuverzchrcn/und unser Licht auch also vor anderen leuch-ten zulassen / damit sie sehen unsere gute Wercke / und unserenVater/ der in Himmeln ist/ preisen. Amen!
Nachdeme -er Herr Jesus Christus bis dahin seinen gläubigen Be-kennereu / wie ihre distinguirte geistliche Vortrefflichkeit / so auch ihreheilige Pflichten zu Sinn geleget / durch drey über alle Massen kräffttgeGleichnussen; Nachdem er sie verglichen dem Salz der Erden / demLicht der Welt / einer Stadt/ die alkf einem Berg liegt/ so fügeter / um die Wichtigkeit/ und zugleich die absolute Nothwendigkeit dessen
alles-