Band 
I. Tomus.
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702
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Jüdische Gerechtigkeit. Marth. V. ro.

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liger Weise verzweiflende/ sich / nicht wissende/ wo sie in der Angst ihrerSeelen anders aus wollen/ in das Liesse Meer der Erbarmungen Gottes inChristo Jesu / und des rothen Bluts dieses Göttlichen Lamms hineingestür-zet hätten / mit dem bußfertigen Zoller aus dem innersten Grund ihres Her-zens ausrüstende: «v Gott / seo uns armen Sündern um des Sohn -Dpfers Jesu willen gnädig» Die dritte Eigenschasst des wahren Glau-r»c.i»:q.-ens ist eine gänzliche Ergebung seiner selbs an Christum Jesum mit Leib und

Können sie wol mit Grund der Wahrheit/ und dem Zeugnuß eines gutenGewissens/ mit Thoma zu dem Herren Jesu sagen: Mein Herr/ und»nein Gott ? Oder mit David: Mein Lonig und mein Gott? Oder mit »e.

Asaph: wen habe ich im Himmel? Und wann ich dich/o Herr Jesu/habe / so wünsche ich nichts auf Erden. Mein Fleisch und mein

Herz nihmet ab: Du aber bist meines Herzens Trost und mein Theilewiglich? Ist aber dieses alles bey solchen Menschen nicht/wie es ja ge-Mi».?»:,«.wißlich bey den wenigsten ist/ so mangelt ihnen einmahl der lebendige Glaub.Gleichwie aber dieser Gerechtigkeit unserer Christen mangelt der wahreGlaube/so mangelt ihnen auch 3. die (inbrünstige herzliche Liebe Gottes. Diencmlich kan/wie wir oben gehöret/ohne einen solchen Glauben nicht seyn.

Die muß eben herrühren aus reinem Herzen/ und gutcmGcwlssen/ undungegleichsne-tem Glauben. Und daher wo dieser Glaub nicht ist / da'' ''

ran auch die ein-brünstige und herzliche Liebe Gottes unmöglich seyn. Göl-ten aber diese schein-Christen auch nur einmahl die Mühe nehmen/ihreHerzen rechtschaffen vor Gott zuuntersuchen / so wurden sie finden / daßeinmahl in selbigen das Feuer der Liebe Gottes in solcher Hitz nicht brenne/als es brennen sol bey einem Christen/ dessen Gerechtigkeit zulänglich istzu dem Eingang in das Reich der Himmeln. Sie wurden finden / daß sel-bige wahrhafftig lähr seyen von der auftichtigen und wahren Hochschatzungdes allgnugsamen Gottes in Christo Jesu über alles andere; von dem ängst-lichen sehnen und streben nach der Gemeinschafft dieses Gottes / als des eini-gen und höchsten Guts / das eine unsterbliche Seel vergnügen kan; vondem emsigen Fleiß/ diesem liebens - wirdigen Gott in allem zugefallen;welche Sachen doch das Wesen dieser Liebe ausmachen. Gölten sie nach-forschen der eigentlichen Quelle/ aus deren ihre sittliche Ehrbarkeit her-flieffet/so wurden sie sehen / daß selbige nicht so fast die Liebe Gottes / alsaber ihrer selbs seye. Sie sind ehrbahr und fromm/ weil sie vermeynen/so müsse man seyn / wann man selig werden wolle; oder weil sie wissen/das bringe sie bey den Leuthen in Credit/so behalten sie einen guten Namen/

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