Band 
I. Tomus.
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Christi Gesatz von den Ehe -

bauen / da brauchet es dann wol Uebersihlagens. Da laßt es sich derSach wol reiflich und in der Forcht des Herren nachsinnen / da seineeigene / und der Person / mit deren man sich zuverheyrathen gedencket/innwendigste Neigungen wohl gegen einandern abwägen/und sorgfältigeAchtung darauf ins besonder geben / ob sich da finde die heimliche Ueber-einkunfst der Gemüthern / die -er ewige Schöpfer selber auf eine gantzmylterieuse Weise zwischen gewissen Menschen gemachet / und die derrechte Grund gewöhnlich einer glückseligen Ehe zuseyn pfleget. O man-gelt bey der einten / oder andern verehelichenden Parthey / diese heimlicheGemüths- Sympathie/ so kan es übel ausschlagen. Da thun Eltern übel/wann sie ihre Kinder etwann wider diese zu dem oder diesem Heyrath nö-thigen ; Kinder selber thun übel / wann sie sich / ob es schon geschähe denEltern zugefallen / hier mit Gewalt zwingen wollen. Dann einmahl daist alles stiren/ oder angewendeter Gewalt/vergeblich. Man ist über sichselbs in solchen Fählen / wie gern man auch wolle / nicht Meister. Es

heißt da etwann : dlon LMO re - - nec pollum cliccre qusre ? lloc lLN-rum pollum chcere.non Amo re, d.i. Ich kan nicht lieben dich ; wa-rum ? kan ich nicht sagen. Ich kan nicht lieben dich ; Das mußich allein klagen. Besser ist es dann / in einem solchen Fahl ausschlagen«uch die sonst prositableste Conditionen. Es ist ein Stuck der grössestenLiebe selbs gegen die Person / die man sonsten nicht recht / und wie manhier solte / lieben kan. Dann einmahl die Liebe / d. i. eine zarte heimlicheZuneigung zweyer Gemüthern zu einander / die muß das Eheband / sol esglückselig und gesegnet seyn / löthen/ und zwey Hertzen gleichsam in einesinfamen schmeltzen. Dieweil man sich aber auch über diesen Puncten et-wann kan ubereilen/und selber betriegen/auch leicht eine ungezähmete fleisch-liche Jugend-Brunst für eine solche Zuneigung ansehen / so hat man ja/wie gesagt grosse Ursach/ hier nicht zustrütten/ und allein die gesunde Ver-nunft/nicht aber die fleischliche Passion / in allem zu Rath zuzeuhen/ undvornehmlich wiederum Gott demüthig zuerflehen / daß er selber dießfahlsunsere Zuneigung wolle heiligen / und der sonst blinden <iebe das geist-liche Schlangen - Aug der Christlichen Klugheit und Vorsichtigkeiteinsetzen / damit man wehlen könne das / so zu unserem ewigen Bestendienet. Wer im Serie-: heyrathen wil / der muß in seinem Heyrathen(z.) nicht sehen auf dasjenige/worauf die meiste Menschen gewöhnlich zuse-hen pflegen. Die sehen da nämlich haubtsachlich vorderst auf Reichthum.Wir sagen davon im Sprüchwort / es heisse bey den meisten Ehen: Gelddu bist mir lieb ! Dieses gläntzende Koth stichet den Menschen gewöhn-lich solcher Gestalten in die Augen / daß sich such ein mancher / von deme