1074_ Die edele Pflicht der B armherzigkeit:
haben/üi die man jederzeit was hinein fchieben/aber aus denen nichts hinausnehmen kan/bis daß man sie endlich in Stucken zerschlagt; Gleich den umflätigen Schweinen / die / so lang sie leben/ im Koth und Schlamm der Erdenherumwülenundgruntzen/ und niemand nichts nutzen/ sonderdiederMetz«ger / sollen sie etwas nutzer! / zuerst in den Hals stechen muß; Rechtecizmnzri sci merglig, Verdämmere in die Metall-Gruben/Welches beyden Alten eine entsetzliche Lebens-Straffgewesen ist. Es gehören aber auchdazu so viele andere Menschen / denen zwahr/ so es jetz aufden Puncten derReputation ankommet / kein Geld/wie man sagt / an das Hertz gewachsenist / und die dasselbige in diesem Fahl wacker unter die Leuthkommen lassen/die aber überaus hebig sind / so etwas 36 pjg§ cgulgz anzuwenden ist/ja dieeben hierin» müssen spahren/ damit sie dort können geuden; Leuthe / dietäglich wälcheKleider tragen / und ihren elenden Maden-Sack bey allenAnläsen mit Gold und Silber/ Damast und Seiden behängen / und dochdabey andere nacket gehen lassen ; Die in täglichen Wollüsten und Ge-sellschaften des Jahrs durch grosse Summen verschwenden/ ihre Speis-Kammern mit allen niedlichen Speisen / ihre Keller mit den köstlichstenin und außländischen Geträncken anfüllen / Hunde / Pferde/ Laquäyen /Kammer-Jungstauen halten / bald da bald dorthin um Lusts Willen reisen/etwann in einer eintzigen Badenfahrt bey vielen Hunderten verzehren/grosseSummen Gelds auf das verdammte Spielen verwenden/und dabey doch somanche arme Wittwen / so manches verlassenes armes Wäislein/so man-chen ehrlichen Haus-Vater / Baur-un- Handwercks-Mann / die sie sthenvor ihren Augen im äussersten Mangel/getränget/ übel gehalten herumgehen / darben und am Hunger-Tuch nagen laßen / hiemit die Sünde desalten Godoms begehen/ von deren der Prophet gesprochen: Die Sündedeiner Schwösier Sodoma war dieß: Stolyer Hochmuth/VollederSpeisen/ alle Gnüge und Müssiggang. Dieses hat sie und ihreTöchtern gehabt; Und darneben thaten sie weder dem Armen/noch dem Dürfftigen Handreichung: Sonder sie waren sioly/undhandelten greulich vor mir / derhalben verwarffe ich sie auch / st>AH. iL: bald ich solches sahe. Wer kennet aber nicht auch etwann solche Leutheunter uns ? Wer stehet hiemit nicht/ daß wir mit Recht klagen mögen übervieler Unbarmhertzigkeit ? Zu dem so werden auch guthertzlge Christen / sosie anders rechtschaffene Christen sind/ und wissen/ was das Christenthumdießfahls von uns erfordert/ nicht glauben/daß ich ihnen selber zu nahe rede/oder Gewalt thüe/ so ich sage / daß auch sie nicht hierum allemahl thuen/was/ und als viel sie sollen/ und könten. Auch die geben ja nicht allezeitso reichlich/ als sie wol sollen und könten; auch sie beo-achkn nicht attemabk