1152 Andere Gründe und Alffs-Mittel zur Liebe
ihr/ die ihr von jenem wisset/ denen der gekrcutzigte Jesus täglich gepre-diget wird / und die ihr an der hellen Sonne des vollen Evaiigelii lebet/nicht thut ein gleiches. Gewiß solche / mrd andere dergleichen Exempel/werden wider euch aufstehen / und euch/ enerer feindseligen Lieblo-sigkeit wegen / verdammen an jenen, Tag. Wir lasten aber andereGründe fahren / und thun nur noch als vor das
in. hinzu einen etnigcn/weil doch über selbigen noch einzimmlicheszusagen seyn wird. Derselbige ist Hergenohmen von der Natur undBeschaffenheit dieser Pflicht selber. Die Liebe nemlich unserer Fein-den ist «. eine gerechte und billiche ; Sie ist aber auch st. eine herrli-che und nützliche ; Und dannethin 7. ist sie eine absolute nothwendigePflicht.
«. ist diese Pflicht eine gerechte und billiche Pflicht. Oder waskönte doch Meine Brüder gerechtes und billichers seyn / als thun gegenandere dasjenige/ was der. liebreiche und ewige Gott täglich thut gegen uns/was gethan der Herr Jesus / was gethan haben alle Heilige zu allen Zei-ten ? Nun aber liebet Gott auch selber seine Feinde. Er lasset seineSonne / in leiblichem und geistlichem Sinn /aufgehen über Böse undGute/ und regnet/ wiederum in leiblichem und geistlichem Sinn/ überGerechte und Ungerechte. Jesus Christus auch ist für uns aus Liebegestorben / da wir noch seine Feinde und Sünder waren. Dannet-hin haben alle Heilige zu allen Zeiten ihre Feinde gelicbet / die / so steverfluchet/ gesegnet/ denen/ die ste gehastet/ gutes gethan / undfür die/so ste beleydiget und verfolget/gebettet. Jenes haben wirbewiesen in der letsten/ und von diesem diesen Augenblick aufgehört reden ingegenwärtiger Predig. Gott bezeuget seine Liebe über das täglich/stünd-lich/ ja augenblicklich gegen uns darinn/ daß er uns vergessen und vergebenwil/ ja wtrcklich vergiffet und vergiebet unzahlbahr viele auch der grössestenund schwehreften Sünden / der abscheulichsten und des ewigen Feuers wir-digen Majeftäts-Schändungen des höchsten und gröffesten Guts/des ewi-gen und unendlichen Wesens. Ach was für eine schreyende Ungerechtig-keit wäre es dann / unserem auch feindseligsten Nächsten aus Liebe nichtvergessen wollen einige geringe Fehler ? Dann einmahl / es mögen die Be-lobigungen / damit uns unsere Feinde betrüben / auch noch so groß scheinen/so sind sie doch in sich selber betrachtet / wo nicht gar nichts / doch gewißwas geringes und weniges. Unsere auch grausameste Feinde können/ mitaller ihrer Wuth und Bosheit/ uns doch nichts anders rauben / als blosseleibliche Güter» Sie können schänden unsere Reputation bey den Men-schen;