Band 
I. Tomus.
Seite
1158
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der Feinden. Matth. V. 45- 47. r 157

herrlich und nützlich / vorderst in Ansehung unserer Feinden/gegen die wirsie abstatten / selber. Dann dadurch sammeln wir ihnen / nach dem Aus-spruch Solomons/ feucrige kohlen aufihre Häupter; dadurch ma- Pr-»chen wir ihre sonst eiserne Hertzen gegen uns schmeltzen in Liebe. Wirmachen/ daß die Angestchter/ die bis dahin von Haß und Feindschaft gegenuns gebrunuen/ könfftig überzogen werden mit einer heiligen Scham-Mthe. Wir machen sie auf das lebendigste begreifen die Ungerechtigkeitund Unbillichkeit deren Bcleydigungcn / damit sie uns verfolget. Wir iu-spiriren / durch einen heimlichen und sanften Gewalt/ ihren Gemütherneine gleiche Liebe mit deren / die sie bis dahin unverdienter Weise von unsempfangen. Gleich wir solches alles in der letzen Predig wcitläufftigerausgeführet haben. Durch die Liebe der Feinden ererben wir die Welt/wir ergwtnnen Gott häufige Menschen / wir vermehren des Herren Jesueigenthümliches Vokck / und geistliches Erb und Königreich. Was tonteaber herrlichers seyn / als dieses? Sie ist herrlich und nützlich der gantze«menschlichen Gesellschaft. Dann was wäre diese / bey erlaubtem und-urchgchendS gepraclicirtem Haß unserer Feinden/wol anders und besscrs/als l'ublicum l^crocimum, ein offenbares Raub-und Mord-Nest/ein Lager Midians / in dem einer dem andern den Halß suchte umzu-träyen/ eine wilde Africanische wüsten/ in deren die Menschen nichtanders als die grausammeste Löwen und Tiger / Rhinoceroten und Ele-phanten / beständig ihre Zähne gegen einander wetzen / und mit einanderdie blutigste Kriege wurden führen. Hingegen wird sie durch die Liebeauch selber der Feinden mec-lmorpbolirt in ein anmuthiges Paradys undgeistlichen Garten Eden / in deme eitel Güte und Treu einander be-gegnen/ Gerechtigkeit und Friede sich küssen / die Treu aus derErde herfur wachset/ und die Gerechtigkeit von dem Himmel her-ab schauet. Sie ist herrlich dannethtn und nützlich demjenigen Menschen/ Ps.rr:».«.-der sie ausübet / selber. Dann wann gleich em solcher den erstens einge-führten Nutzen durch die Liebe seiner Feinden nicht erreichet/ noch die hcis-seste Kohlen der Liebe das harte Hertz derselbigen allmahl vermögen zu-erwäichen/jö gewinnet er doch bey der Ausübung dieser Pflicht sonste»einen vielfältigen herrlichen Nutzen. Er überwindet sich dadurch selber/und leget so ab ein geistliches Prob - Stuck einer heroischen und solchenDapferkeit/ die nach dem Wort Solomons / alle andere Dapferkeit weitübertreffet. Dann einmahl es bleibet dabey: Der Langmüthige über-trifft den Starcken/ und wer seinen Geist / seine Passionen/ Zorn/Raachsucht / Feindseligkeit beherrschet / der ist über den / welchers Erster Theil. ^ Ee ee ee e eine