Band 
I. Tomus.
Seite
1176
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_ Match. V. 48. _rr 7 s

kommene Liebe / die sich Mich alle wahre Christen und Kinder dieseshimmlischen Vaters vorstellen zum Model ihrer Liebe! Auch sie sollendarum lieben nicht nur.ihre Freunde/ sonder selbs ihre Feinde. IhreLiebe sol seyn eine Bonne / die da leuchtet nicht nur den Pflantzen undBäumen/von denen sie Speise und Erquickung haben zugewarten/sonderauch denen sie stechenden Dornen und Disteln. Sie sol seyn ein Regen,der herunter fallet nicht nur über die sie durch ihren Geruch und Färb re.vielfältig ergehende Blumen / sonder auch über die sie brennende undverwundende Neßlen. Sie sollen diese ihre Feinde lieben nicht blos mitWorten und mit der Zunge / sonder lieben auch in der That. Und diesesauch dadurch vornehmlich zeigen / daß sie suchen nicht nur ihr zeitliches/sonder vornehmlich auch ihr ewiges Heil / und solte das selber geschehenmit ihrem Schaden/ wie uns Moses und Paulus dessen zwey herrlicheExempel gewesen sind / ja der himmlische Vater selber hierin» uns eini-ger Massen vorgeleuchtet / daß er unser ewiges Heil zubefördern/unsselbs seinen eigenen und ewigen Sohn / das theureste so er hatte im Him-mel und auf Erde / geschencket hat. Und so werden sie dann in diesem Ver-stand in der Liebe einiger Massen wenigstens vollkommen / gleichwieihr Vater in Himmeln vollkommen ist. Wie dann der selige Evan-gelist Lucas diese Worte unsers Texts hieher ins besonder applicirt/wanner dieselbige austrucket durch diese andere: Darum so styt baemhertzig/wie auch euer Vater baemheryig ist. So erlanget ihre Liebe vier«..!!!«rechte und in dieser Unvollkommenheit möglichste Vollkommenheit. Danndie Liebe ja doch nicht weiter gehen kan/ als so sie sich erstrecket auch aufdie Feinde/ und suchet zubefördern deremnicht blos zeitliches/ sonderselbSewiges Heil. Eine solche Liebe ist ja wahrlich heilig und herrlich / sie istentfthrnet von aller Eigen-Liebe/ Partheylichkeit und falschem Jnteresie/und hiemit rechter Art/ eine vollkomne und wahrhafftig Christliche/einenicht blos menschliche / sonder recht Göttliche Liebe. Wie dann überdas in einer solchen^ Liebe ins gemein bestehet ein besonderes Stuck derChristlichen vollkomenheit überhaupt. Dann durch diese Liebe zeiget jaein Mensch / daß er sich selber recht habe verlaugnet; daß er seinen Passio-nen seye gestorben; daß er sich der Leitung des Geistes des Herren Jesu /der ein Geist der Sanfftmuth und Liebe ist / einig habe übergeben; daßder Verdienst des Herren Jesu recht in ihm würcke / und die Liebe diesesHeylands ihne recht zur Beobachtung nicht blos der leichtern/sonder auchselbs der fchwehrern Stucken des Gesages dringe/ u. s.s. Dadurcherfüllet er ins besonder auch das Gesatz der Liebe/ (in einemzwahr nicht

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