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Liebe und Gerechtigkeit. Mattb. Vtt. 12 .
Wandel: Dieweil der Herr ein Rächer ist über dieses alles. Wehe i>Thess ^s.aber / wehe demjenigen Menschen/gegen den Gott /dessen dieRaacheist/ein zorniger Rächer ist! Freylich liegt Gott wenig daran / ob wir/oderandere zeitliches Gut haben. Dem / dem du es ungerechter Weise nihmest/ran er es leicht gerechter / und das tausentfältiger Weise/wiedergeben. Esstnd ja Gott sehr schlechte Sachen/ und ist dem Höchsten allesgleich / den reichen klein und arm zumachen / den armen aber großund reich. Aber daran liegt ihm / wie es eigentlich in deinem Hertzeustehe / und ob seine Liebe / und des Nächsten Liebe / oder aber des unge-rechten Mammons Liebe darinn herrsche. Ist dieses /so wil und muß erdich deßwegen straffen. Was wil dir dann Bäten und Tempel gehenhelffen ? Was deine von ungerechtem Gut gegebene Allmosen dich nutzen?
Da er doch selber bezeuget: Ich bin der Herr/ der ich die Billichkeit lie-be / und den Raub hasse / wann er mir gleich geopfert wurde.Ies.si:,.Wir hören auch auf/ (z.) uns damit zuentschuldigen/ es seyejetz so inderWelt der Brauch; Handel und Wandel (das dann/ dik. drs. mein LieberKauff-und Handels-Mann / das gewöhnliche Feigen Blatt falsch interes-sirter Kaussteuthen ist / damit sie ihren Gcitz und Gewinnsucht-Blöffe zu-bedecken suchen) bringe es so mit/ undseye es darum vielmehr eine erlaub-te Maxime und Klugheit / als aber ein unerlaubter Betrug / wo einerseinen Vortheil auch mit des andern Schaden suche; Daher werde solchesauch von keiner Obrigkeit gestrafft / seye unter den Kaussteuthen durchge-hends recipiret und legitimtret; Andere thüens auch; Gott habe einemjeden darum den Verstand und die Augen in Kopf gegeben/ daß er sie auf-thue; Komme er zukurtz/ so mög ers sich selber dancken; Etnjeder schauefür sich / u. s. f. Allein / mein Mensch / alles dieses mag vor den Menschenpaffiren / so passiret es darum nicht vor Gott. wer in das Himmelreicheingehen wil / dessen Gerechtigkeit muß überflüssiger styn / als dieGerechtigkeit der Schriffrgelehrten und phariseeren; Wir mögen Matth;r-o.auch wol hinzuthun / als der meisten Kaussteuthen und Krämern ist. Siemuß nemlich eine solche Gerechtigkeit seyn/ da wir in allem mit dem Näch-sten nach der Christlichen Liebehandeln / und einem jeden das thun/waswir wollen/ daß er uns thüe/ und das nicht thun/was wir «ollen/daß er uns nicht thüe. Und da mag nun keine angenohmene Gewohn-heit/ wie durchgehend dicselbige immer ist/dieses ewige Liebes-Gesatz aufhe-ben/ sonder ehe müssen Himmel und Erde zergehen/ ehe ein Buch-stab / oder pünctlein/ von diesem Gestrz vergehen wird. Lasset unsMd(4.) vielmahl dieses Gesätzes höchste und heiligste Billichkeit/Vortrefflich-keit / Nutzbarkeit/ Lieblichkeit bedencken. Oder was konte doch billichers
seyn/