Band 
III. Tomus.
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breite Lust-und Laster-Weg. Matth . VH.iZ.i 4 - 28s

wurden. Nun aber bedunckte dieser Schluß die Juden ungereimt. Dannsie glaubten bald durchgehends / selig zuwerden/ seye so schwehr nicht/unddie Seligkeit seye gleichsam eine natürliche Appanage und gewisses Vorrechtder gesamten Judenschafft / das ihnen krafft ihrer Abstammung von Abra-ham/u.s.f. nothwendig gebührete. Daher sie auch zusagen pflegten: Ein-jeder Istaelit habe Theil an der zukönffcigen Welt; Die-^ölle seyeallein gebauet stlr die Völckcr der Welt; Abraham ihr Vater sizebey der Pforte derselbigen / um zuvergaumen / daß keines seinerLindern/ aus Isaac nemlich und ^acob/ in selbige hinein käme.Und daher nun erkühnete sich vielleichtdieser Jud/den Herren Jesum hier-über austruckllch zufragen/ und ihm diesen Schluß / der aus seiner Manierzupredigen zufolge« schiene / als ungereimt in dieser Frage vorzustellen.Einer aber sprach zu ihm : ^err/ sind wenige deren/die selig wer-den ? Nachdrücklich ist aber auch die Antwort / die ihm der liebe Heyland ge-geben. Er aber sprach zu ihnen: Ringet darnach / daß ihr durchdie enge Pforte eingehet: Dann viele werden / sage ich euch / sucheneinzugehen / und werden es nicht mögen. Als hatte Jesus sagen wol-len : Du fragest mich/ 0 lieber Mensch / ob wenige deren seyen / dieselig werden / und siebest durch diese deine Frage nicht undeutlich zuver-stehen / daß du diesen Satz/fahls ich ihn behaubten wolle / für ungereimtansehest. Ob ich dir nun schon leicht zeigen konte/ daß selbiger so unge-reimt nicht / als du dir wol fälschlich einbildest/so ist es doch darum dießmahlnicht zuthun. Es ist auch dir und andern nicht so fast nothwendig / euch hier-über/ ob nemlich viele / oder wenige selig werden/aus eiteler Fürwitz auf-zuhalten/sonder darauf kommet es an/ daß ihr trachtet unter denen zuseyn,die würcklich selig werden sollen. Und daher mahne ich nicht nur dich / son-der alle / die dieses hören/ insgemein htezu aufdas allerkräfftigfte an/daßihr hiernach ringet und trachtet/ und das auchvornemlichdarum/dieweilselig zuwerden schwähr ist / und ja wahrlich viele/viele es zuwerden suchen,aber nicht vermögen werden/ darum nemlich / weil sie es nicht recht su-chen; Suchen entweder durch den Verdienst eigener Wercken/ohneden wahren lebendigen Glauben/oder durch einen blossen todten Glauben/ohneden Fleiß der guten Wercken/ oder durch blosses Wünschen/und ohne An-greiffen / Kreutzigen / Toden / Betäuben ihres sundlichen Fleisches/ oder durchden Fleiß einer bloß sittlichen Ehrbarkeit / und selbsbedingeten und nachihrem eigenen Fleisches-Sinn eingeschrancketen Heiligkeit / oder allzu-späth/ re.rc. Einjedernun/M. Gel. aus uns allen/der diese Worte Christibey Luea in seinem Hertzen mit den E. And. eben vorgelesenen Texts-Wor-ren vergleichet / siehet leicht / daß sie mit einander parallel seyen. In un-

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