breite Lust-und Laster-Weg. Match. Vll. iz. 14. 295
Text heißet/ vjz Irre spsriots, ein über alle Massen breiter weg / einweg auch/ so man dieses Wörtlein mit einem kleinen O. liefet/wie Ho-merus/ und andere Griechische Schreiber/es ctwann gebraucht haben /da.raufman mit ganzen Chören singen und springen kan. Der in gan-zer Welt verrühmte Römische Weg / viz?.ppiL geheißen/ die Königin al-ler Heer-Straßen / die gemeine Indische Land-Straffen/die nach der Er-zehlung der Juden sechszehen gantzer Ellen breit seyn müssen/und auf die?nach emicher Auslegern Beglaubung/der Heylandhier mochte gespiehlethaben / waren dagegen nichts zurechnen. Dieser weg ist in Ansehung sei-ner Breite fast nicht zuüberfehen. Seine Lange / mögen wir da ausJob sagen /übertrifft die Länge der Erde /und seine Breite die Brei-^re des Meers. Da sind keine Mauren noch Zäune/dadurch dieser wegeingeschlossen seye/ auf den Seiten keine Schrancken des Göttlichen Gese-zes zusehen/ sonder da stehet alles/als aufeiner ungeheuren grossen Allment/offen. Zur Rechten und zur Lincken kan hier der nach der Begierde sei-nes Herzens daher fchnauffende fleischliche Wald-Estl/ nach seines Irr.ringfinnigen Hertzens Lust / ausschweißen. Auf diesem weg muß man /als auf einem recht breiten weg /auch just keine Vorsichtigkeit brauchen.Da läßt es sich wandeln / ja da wandeln die Menschen würcklich durchge-hends / mit verbundenen Augen. Alles ist da für das Fleisch ausgeebnet.Alle stechende Dorne / und spitzige Steine und Disteln sind weggeräumet.Auf diesem weg zuwandeln/ ist/ als wiederum auf einem recht breitenweg / eben leicht. Wir sind dazu von Natur selber / wie geneigt / so ge-schickt. Ehe ein mancher sonst natürlicher Weise gehen kan / kan er aufdte-sem Weg schon lausten. Das Fleisch gicbet uns hier selber den Sporren/der Teufel bietet uns beyde Hände/ die Welt singet und sptehlet uns aufzum lustigen Fortdantz. Da gehet es niedsich und Berg ab. Wie nunein schwehrer Stein / eine grosse Kugel / ein geladener Wagen / ein kolderen-des Pferd von sich selbst Bergablauffet/sodringetundtrucket den natürli-chen Menschen diesen Weg hinab die eigene natürliche Schwehre seinerLüsten. Die Heyden selber haben dieses erkennet. Danahen sie gespro-chen : kacilis clelcenüis ^verni, secl revocare gr^cium, supei-zsqueevzäeresä LM 38 , koc opus, bic lsbor eli, d. i. Es ist leicht in die Hölle zukom-men/ aber von bannen wieder heraus / und hinaufin die Höhesichzuerschwingen / das ist schwehr / ja unmöglich. Da darum jeneleichtfertige Mez zu dem bekanten Tugend-Lehrer dem Socrate gespro-chen : was hast du/ 0 Socrates/ viel Rühmens? Ichbinjadochbesser als du/ und mein Leben hat mehr Lraffk die Menschen ansich zuzeuhen/danndeiveLehre. Dann duhasikaum einenLehrn-
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