Band 
III. Tomus.
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zo6 Die weite Pollen-Pforte/ und der von vielen bewandelte

find berufft/ aber wenige find auserweblt ; wann wir weiters sin-nen an jenes andere Wort diesestheuren Erlösers/das er insbesonder gere-det zu seinen wahren Gläubigen: Horchte dich nicht/du kleine Herde/dann es hat euerm Vater wolgefallen/ euch das Reich zugeben;wann wir noch mehr uns zu Gemüth führen / wie eben dieser liebe HerrJesus/ und seine Apostel/ das Reich der Himmeln / d. i. die äußerlicheKirche des Neuen Testaments/vergliechen z. Ex. mit einem Acker / derzwahrmit gutem Saamen besäyet wird / da aber des Saamens nur der vierte Theilin einen guten Grund fällt / item mit einem andern Acker/ der mit sovielem Unkraut bewachsen ist/ daß der gute Saamen fast Gefahr leidet/vonselbigem erstechet zuwerden/ Meinem Vtez / das nicht nur mit guten/son-der auch mit faulen Fischen angefüllet/ mit einem Hause / in dem mehrhöltzerne und irrdene/ als silberne und güldene Geschirre sind; wann wirfürters und letztens bey uns überlegen / damit wir anders hier geschweige»/wieviel der liebe Heyland in seinen Göttlichen Predigen und Difcurfen/und die gantze Heil. Schrtfft durchgehends hin und wieder/um seligzuwer-den erfordere/ wieviel Lebens im Glauben/wieviel Glaubens und vortref-flicher Heiligkeit im Leben seiner Christen und könfftiger Himmels Bürgernerheysche/ rc.rc. und dagegen dann nachsinnen / wie weder jenes noch diesesja wahrlich bey den meisten unserer Christen überhaubtzuspühren und anzu-treffen seye; daß/ sage ich / wann wir diese Reflexionen alle zusamen machen /wir ja wol/ wann wir anders die gesunde Vernunfft in unsern Urtheilennicht verlaugnen wollen / nicht anders/ als glauben und sagen können/daßfreylich ja wol zubesorgen/ daß die meiste / auch unserer Christen/ ja wasscheuhe ich mtchs zusagen/ kan es doch einem manchen geben einen heiligenSchrecken und Sporren/ unserer Zürich -Christen/dermahleneins ewigverlohren gehen werden.

Oder/ worinn bestehet wol insgemein derselbigen Glaube ? Ist er jaund bleibet ein ödes und todtes Wesen/ein lährer Schaum/deraufdenLip-pen schwimmet/ nicht aber ein geistliches Feuer/ das daS Herz reiniget?Da sagt zwahr der meisten Munde täglich: Ich glaube in einen Gott/Vater/ den allmächtigen Schöpfer Himmel» und der Erde/undin Jesum Christum seinen eingebohrnen Sohn unsern Herren / undin den Heil. Geist : Aber das Hertz dencket an dieses alles / an diesen Drey-einigen LiebenS - würdigen Gott wenig. Die meiste hoffen insgemein / derHerr Jesus seye für sie gestorben / und Gott werde um dessentwillen ihnenauch ihre Sünden vergeben / und sie ewig selig machen: Aber die wenigstehaben dieser Hoffnung gewissen Grund. Bey den wenigsten befindet sichein hertzlicher Reue und Haß der Sünden/ eine innigliche Begierde nach