Z 14 Die weite Pollen-pforte/ und der von vielen bewnndelte
zen auf einem Boden/ der mit Feuer unterleget ist/ unter dem schon Ge-prasselt und knastelt/ der bald einsincken/und euch in die ewige Glut hinunterstürtzen wird! Es ist eben / als wann die arme Maleficanten/ die man dievorige Wochen durch die lästigste und breiteste Straß unserer Stadt / und-onft einen lustigen Weg/ bey der Menge vieler Zuschauern / heraus aufden öffentlichen Richt-Platz geführet/ darüber hätten wollen springen /dantzen/ lachen und frölich seyn. Ey warum habet ihr nicht lieber Mitlei-den mit euch selber ? Warum handelt ihr nicht als die Kluge ? Warum den-ket ihr nicht an das bekante weise Sprüchlein: Hmcquiä aZis, pruäemer2Z38, Le relpice 6ncm, d. i. was du thust/ das thue vorsichtig / undbetrachte das Ende ? Wann euch einer den gantzen Tag durch lauter schö-ne und mit den lieblichsten Blumen besäyete Matten führete / ihr wußtet aber/daß ihr zuletzt ab diesem Weg in eine Liesse Grube stürtzen wurdet / wurdetihr nicht dieses schönen Wegs müßig gehen ? So was wird es euch nützen /die Tage euers Lebens aufdem breiten weg der Lüften fleischlich lustigund frölich gewesen zuseyn/und allc Tage herrlich und in Freuden gelebtzuhaben / zuletzt aber einsmahls zur Hölle zufahren / mid ab diesem lustigenpisi npsiais, oder wie man ihn heißen wil/herunterzustürtzen in die entsetzlichsteLiesse/ in das gräßlichste Mord-und Marter-Loch/ daraus nimmermehrkein Ausgang ist/ da ein ewiger wurm naget/ ein ewiges Feuer bren-net/ ein ewiger Rauch aufsteiget/da ewiges heulen und Zahnklaffen/und ewige äusserste Finsternuß ist ? Ach was wird es euch helffen/tau-sent und aber tausent Mit-Gespahnen euers Elends zuhaben ? Da allediese doch zusamen euere Quahl euch nicht im geringsten vermindern/son-der durch ihr Zetter-und Mordio-Geschrey nur vergrößern werden; dadoch keiner dem andern irgends einen Trost einreden / oder einen Muth ein-sprechen/ sonder hingegen einer den andern zu einem ewigen enr^emem,zu ewiger Zerbeissung der Zungen vor Schmertzen/zu ewiger VerlästerungGottes / zu ewiger Verfluchungseiner selbS/ und wiewol vergeblicher Ver-dammung seiner ehedessen bewanderten Wegen anmachen wird. Und da-rum bedencket doch solches/ o ihr alle/ die ihr noch unter dieser weitenPforte / und auf diesem breiten weg begrieffen seyt/ und lasset es euchhinkönsstig niemahl eben viel seyn/unter was für einer Pforte ihr stehet/oderauf was für einem Weg ihr gehet; nicht gleich / ob ihr dem ewigen Wol/oder dem ewigen Wehe zueylet/ dem lustigen Paradeis Gottes/oder demfeuertgen Schwefel- Pfuhl des Teufels/ und seiner schwartzen Geistern zu-lauffet; nicht gleich / ewig Pein und Quahl zuleide« / oder der Ersätti-gung der Freuden in Gottes Angesicht/ der Lust und Wonne beyP sai. l§! n. seiner Rechten ewiglich zugemessen; nicht gleich / droben im Lande des Le-bens