Band 
III. Tomus.
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Der Christ betrachtet als ein weiser

aus eine zweyfache Prob der diesen sonst unflätigen Geschöpfen von demallerweisestenSchöpfer gleichsam eingepflanzeten Weisheit. Die erste ist/daß selbige/ wann sie je; ihren Faden mit ihren Händen, oder Klauenfassen, sich vermittelst desselbigen / den sie nicht anders / als ein Seyl-Tänzer sein Kunst - Seyl mitten durch die Luft auszuspahnen / undsich auf selbigem / eben wie übermahl derselbtge/ gleichsam in einem mache»malischen ^guilibrio, oder Gleich - Gewicht / von einem Orth zu demandern hinzuschwingen wissen / aus einem gemeinen und armen Haufe ineinen darüberstehenden Königlichen Pallast hin arbeiten / und da unter ei-nem güldenen Tach / dahin sonst selten jemand den Zugang krieget / ihr Nestmachen / und logiren und haushalten können. Ein Sinnen - Bild dergeistlichen Weisheit der Gläubigen / die/ vermittelst ihres geistlichen Fleisses,Arbeitsamkeit und Geschäftigkeit in dem Werck des Herren/ es dahin brin»gen / daß sie endlich auch in den ewigen Wohnungen / und dem mehr danngüldenen Freuden > Pallast des grossen Himmels - Königs seliger weise zuRuhe kommen. Die andere Probe dieser natürlichen Spinnen - Weis-heit ist/daß/ obgleich die Spinn in den Sälen und Häusern derLönigen,da sonst aller Dingen Ueberfluß ist/ und niemand Hungers zustreben pflegt/sich aufhält/ sie sich darum nicht aufdie faule Haut legt/ und vermeynt/nuuseye ihr ohne anders gerathen und geholffen / sonder daß sie hingegen / gleichals wußte sie/ daß sie ohne das so wol in diesem königlichen / als einem an-dern liederlichen Bättel- Hause / verhungern mußte/ ihre Hände an dasWerck legt/und zuspinnen/und ihr Wupp auszubreiten beginnt / damit sieMucken/ Fliegen / und anderes Ungeziefer des Lufts fangen/ und so ihrLeben erhalten / und ihre Wohnung fchrners fortführen könne. Und so istauch dieses übermahl ein namhafter Theil der geistlichen Weisheit der Gött-lichen Kindern/daß sie sich niemahl auf äußerliche Vorrechte zu ihrer Selig-keit verlassen / oder es dazu genug zuscyn achten / in dem Hause des grossenKönigs/ in der äusscrlichen rechtgläubigen Kirchen Gemeinschaft gcbohren/getauft / erzogen zuseytt / da Herr Herr zurufsen , die Worte )esu zu-hören, u.s.f. sonder daß sie wol wissen / daß es auch hier gilt / ein weitmehrers thun/geistlich spinnen/würckcn/ arbeiten/ den Willen des Herrenvollbringen / wachen/ ringen/ bäten/ kämpfen/ und so in allem Werck desr.Cor i;:;« Herren vest, unbeweglich, und immerzu überflüssiger werden / so sieanders des himmlischen Trosts/ und der Versicherung ihres ewigen Heils wol-len genoß und thcilhaft werden / und sich auf einen steift« Grund hin ver-gewissern/ daß/wann heut oder morgen das indische Hause dieserHürtenbey ihnen Wird aufgelöset werdcn/sie einen Bau werden aus Gore haben,i.Tvri. einHaus nicht von Händen gemacher, sonder das ewig ist inHimeln.

End-