Siebender Abschnitt. 175
Aber -er Grapp ist sowol eine dunkle als eine zusam-mengesetzte Farbe, bey welcher eine Beymischung vonBraun oder Lederfarbe nebst dem Rochen sehr merklichist. Wird der Grapp nur leichtlich in warmem Was-ser geweicheh und nachwerts in einer frischen PortionWasser gekocht, so wird der erste Liquor mit einerziemlich guten rochen Farbe erscheinen, der andereaber um ein merkliches dunkler und bräunlich seyn.Aus diesem Grunde sollte man sich bey dem Rothfär-ben mit Grapp niemal einer siedenden Hitze bedienen;aber zu der schwarzen Farbe muß man den Grappwohl kochen, damit beedes die braunen und rochenTheile mögen ausgezogen werden.
Das Grappschwarz könnte wahrscheinlich vermit-telst einer vielfacheren Zusammensetzung noch dünklergemacht werden, insbesonder durch den Zusatz von ei-nem dunklen Gelb; aber eine Verbesserung von dieserArt würde für den Färber wenig Nutzen bringen, dennweil die Farbe für ihn schon allzukostbar herauskommt,so bemüht er sich dieselbe vermittelst des wolfeilernSchwarz von Vitriol nachzuahmen. Und in der Thatist er hier, ohne Absicht auf Betrachtungen von dieserArt, vielmehr auf eirw besondere Schattirung undGattung der Farbe eingeschränket, welche durch dieMode in Achtung gekommen ist, als aber darfür be-sorgt, die Farbe dünkler oder vollkommner schwarzzu machen.
Achter