442 Historie der Platina.
zu wiederholten Malen mit Glase geschmolzen wor-den/ bis alle seine blaufärbende Materie gänzlich aus-gezogen gewesen, sey von einer Platinasolution hurtigangegriffen worden: Der König hat seinen Glanzverlohren und ist schwarz geworden/ es hat sich eingelbliches Pulver niedergeschlagen, und der Liquorhat grünlich ausgesehen.
Die Substanz, wordurch hier die Platina istniedergeschlagen worden, und welche dem Liquor einsgrüne Farbe mitgetheilet hat, ist glaublich andersnicht gewesen, als derjenige metallische Körper, denman Nickel nennt, welcher von Herrn Cronstedt ent-decket und in den Schwedischen Abhandlungen, fürsdie Jahre 1751 und 1754, ist beschrieben worden >denn eine seiner Eigenschaften ist, daß er mit Königs-wasser eine grünliche Solution abgiebt, da hingegender eigentlich sogenannte Kobaldkönig seiner Auflösungeine röthliche Farbe mittheilet. Herr Cronstedt be-merket, daß der Kobald, nebst seinem eignen König,oder nebst demjenigen Metalle, (*) welches ein blauesGlas abgiebt, eine gewisse Quantität beedes von-Nickel und Wismuth enthalte: Daß die Speise, oderdas Metall, welches sich in den Blaufarbenwerkenauf dem Boden der Glastöpfe sammle, gewöhnlich ein
Gemeng
(*) Der metallische Theil des Kobolds, oder der Ko-boldkönig , und das Farbewesen desselben sind zwoverschiedene Materien, obschon hier, wie es scheinet,eines mit dem andern verwechselt wird. Es kommenauch in Ansehung der röthliche» Farbe der Koboldso»lution einige Ausnahmen vor.