446 Historie der Platina.
hat. Dieses Experiment ist von Herrn Marggrafentlehnet, und scheinet daraus zu folgen, daß dasSaure des Kochsalzes in einer Platinasolution vondem Silber angezogen werde, und daß die Platinahernach in der Salpetersäure aufgelöset bleibe; dennwenn etwas von der Platina zugleich wäre niederge-schlagen worden, so ist zn vermuthen, der Kalkwürde nicht weiß gewesen seyn. Gleichwol hat erbeobachtet, daß wenn das Silber vorher entwederin Scheidwasser oder Schwefelsäure aufgelöset gewe-sen , so habe es dannzumal auch die Platina nieder-geschlagen , indem gleich auf die Vermischung dieserAuflösungen mit Platinasolution ein gelber Präcipi-tat zu Boden gefallen ist.
XIII. Platina, Lle§ und saure Geister.
Dünne Bleche von Bley, wenn man selbe ineine Platinasolution eintunket, werden bald ange-griffen , und es entstehen darvon weiße Kristallen,-ie sich auf dem Boden des Gefäffes, mit einerschwärzlichen Materie untermischet, ansetzen, derweilder Liquor noch immer gelb bleibet: Die Kristallenlassen sich in Wasser auflösen, und das schwärzlichePulver, welches Platina zu seyn scheinet, bleibtzurück. Herr Marggraf von welchem dieses Expe-riment entlehnet ist, hat auch Bleysolutionen, dietheils mit Scheidwasser, theils mit destillirtem Eßigsind bereitet gewesen, auf gleiche Weise probieret,
und