IZ8 Geschichte der Staatsveranderungen
Doch ehe wir die Folgen dieser Sache er-zählen; so glaube ich, wtr werden uns nichtüberheben können , einen Mann ein wenigumständlicher zuerkennen zugeben, der indieser Stelle der Geschichte eine so grosse Rollespielen wird; und dessen Zufälle stets mit ei-nem grossem Ruhm, als Glüke begleitetwaren.
Plutarch, Casus Marcius Coriolanus stammeteim Leben aus einem der berühmtesten adelichen Ge-?Eouo- s^ixchter von Rom ab. Man hatte ihm' den Beynamen Coriolan gegeben, weil erCorioles, eine der vornehmsten Städte der1?olsker, mit dem Degen in der Faust er-obert hatte. Da er seinen Vater bereits inseiner zarten Jugend verlohr, so ward er vonseiner Mutter, die sich veturia nennete, mitgrosser Sorgsalt anferzogen; das war einWeib, in welcher die strengste Tugend woh-nete, und die stcb alle Mühe gab, diese Ge-danken ihrem Sohne beyzubringen.
Cliaracter Coriolan war klug, sparsam, ohne Ei-'des Corio. gemnitz; ein Mann von einer rechtschaffenenIons. Frömmigkeit, und welcher unverbrüchlich ob
den Gesetzen hielt. Ausser diesen so friedsa-men Tagenden hat man wol niemals eine soausnehmende Dapferkeit, und so viel Fähig-keit zu dem Kriegshandwerk bey jemandwahrgenommen. Es hatte gleichsam dasAnsehen, als ob er zu einem Feldherrn ge-bohren wäre. Dabey aber war er hart, undin seiner Regierung herrschsüchtig; gestrengso wol gegen andere, als gegen sich selbst;
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