Band 
I. Theil.
Seite
126
JPEG-Download
 

,!4 von der Erfahrung.

die allein aus dem Verstände fliesten kann, liestniemand mit Vortheil. Man wird den Geistnicht nur nicht schärfen sondern schwächen , undvieles glauben anstat etwas zu wissen.

Die meisten medicinischen Schriften sind ei»Gemische von Irthum und Wahrheit Ost wer»fen die Vorurtheile ihrer Verfasser einen fast un,durchdringbaren Nebel über das Gute, das indenselben verstreut liegt. Dunkelheit, Ungewiß,heit und Falschheit umgeben sie in gleichem Maaflse; sie reden viel und sagen nichts. Der Mangeldes philosophischen Geistes ist es, der so lange diegröste Anzal der Aerzte zum Pöbel gemacht, siekanten nicht klüger seyn als ihr Jahrhundert.Die Wahrheit ist in ihren Schriften so seheverwirret, so sehr durch scholastische Grillen ver»dorben, so sehr durch den damals allmächti,gen Aberglauben verstellt, daß sich das we-nigste davon gebrauchen läßt. Der Leser be,darf destomehr Verstand, weil in so viele»zur Arzneykunst gehörenden Schriften kcnierist.