M. Such. 2. Capitel. 191
ist deswegen nicht abergläubisch, weil ein Krautdas eine purgierende Kraft hat weder etwas über-natürliches noch etwas wunderbarliches ist; alleinwenn jemand dem gleichen Kraut eine Kraft zu-schrieb den Menschen der es bey sich trägt ent-weder unsichtbar oder rmvcrwundbar zu machen,so wäre dieser Wahn nicht mehr ein blosser Ir-thum, sondern ein Aberglaube.
Der Geschmak für das übernatürliche undwunderbarlliche benebelt den Verstand so sehr, daßer dunkeler' wird als die Schatten der Nacht.Je wenigeir die Menschen wissen desto geneigtersind sie zu glauben, je weniger sie die Körperwcltkennen desto weiter machen sie die Geisterwelt.Ein berühmter Gottesgelehrter hat gesagt, derGcschmak für das falsche giebt ein Vergnügendas ein Weiser missen muß; Wunderdinge, Ge-spenster , Poltergeister, Erscheinungen der Todten,Spukereyen und so viele andere närrische Einbil-dungen sind immer dasjenige was die Gesprächedes gemeinen Volkes am meisten belebet; dennjeder Mensch der etwas widersinnisches, etwas
der