-7S Von der Erfahrung.
Ein heßliches Vorurthcil herrscht in Absichtauf die Gallerte unter allen Menschen, aber ammeisten unter den Practicis welche bekanntlich dieGrundpfeiler aller herrschenden Jrthüiner lind fa-belhaften MeinlUgen in der Arzneykunst sind. Manwill die Gallerte, die aus dem Kalbfleisch häufigerals aus dem Rindfleisch, aus dem Schaffleisch we-nig mehr als aus dem Kalbfleisch, aus dem Hüner-siejsch weniger, und aus einem alten Hahn ge-doppelt so viel als aus dem Kalbfleisch gezogenwerden, allen Menschen aufdringen die einenschwachen Magen haben, und besonders Ausgemer-gelten. Hütet euch, rief Boerhaave den Pracli-cis zu , daß ihr Gallerte oder Kraftbrühen ei-nem schwachen Magen anvertrauet, denn sie wer-den nur durch grosse Kräfte verdaut, und ver-wandten sich in einen wahren Leim, wo dieseKräfte nicht vorhanden sind. Es ist ein pöbelhafterIrthum ftzt dieser Lehrer aller wahren Aerzte hin-zu , daß man glaubt Gallerte und Kraftbrühenseyen un« so viel stärkender als sie unvermengtcrsind , da doch gewiß ist daß sie mit zehnfachem
Wasser