Band 
II. Theil.
Seite
420
JPEG-Download
 

412 von der Erfahrung.

alle sechs Wochen äußert. Bey einer wollüsti-gen Lebensart ist die Reinigung häufig, die Da-men in Paris verspüren sie mehrenlheils zweymaldes Monats. Geile Jungfern haben ihre Reim.gung ohne Krankheit zuweilen ausser der Zeit,weil ein grösserer Trieb des Blutes zu den Ge-bvrtsthcilen auch allemal ein grösserer Trieb des-selben zu der Mutter ist, und weil Adam Bren-del ja sogar von geilen Weibspersonen wahremenschliche Eyer abgehen gesehen. Die Liebetreibt das Blut sagt der Herr von Haller, sievermehret die Zal der Pulse, und giebt ihnen eineUngleichheit die man der Furcht zuschreiben kannmit der die Liebe begleitet ist, eine heftige und demGenusse nähere Liebe erwckt die äusserste Hize, Herz-klopfen, Rothe, Stärke, Zittern und eine Empfin-dung als wenn Feuer durch die Adern floß. Es istdarum nicht ungewöhnlich bey geilenWeibspcrfoncnnahe vor der Hochzeit oder auch in der Hochzeitnachtstlb st heftige Blutflüsse zu sehen, wobey der bestürzteunk der wahren Ursachen unkundige Bräutigamjichzemein sehr schnakisch den Kopf hängt.

Der