Band 
II. Theil.
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454 Von der Erfahrung.

daß die Furcht in der Zell da anstekende Krank-heiten wüten, dem wachsenden Uebel Flügel giebt,sein Gift erhöhet, und die Verwüstung verdoppelt.Der Freyherr van Swietcn sich aus einer blossenFurht in einer sonst gesunden Weibsperson eineGeschwulst entstehen, die in einen unauflöslichenScirrhns übcrgieng.

Am gefährlichsten ist die Furcht für Leute dievon Natur zärtlich und schwächlich, mit vielerleyhypochondrischen und hysterischen Uebeln geplagt,einen äusserst gefühlvollen und beweglichen Kör-per haben , und alle in der Natur der Dingemögliche Uebel so sehr fürchten als wenn sie ur-plözlich auf sie fallen wollen. Tulpius erzähletdie gar nicht seltene Geschichte eines Weichlings-er durch das lesen medicinischer und chirurgischerSchriften wahnwizig geworden. Mein ehmalsiger geistvoller und grundgelehrter Freund, der inLonden nunmehr sehr berühmte Arzt Herr Do-nald Monro, erzählte mir einst aus dem Mundeseines grossen und würdigen Vaters, des Edin-burghifchcn Professors Herrn Alexanders Monro,