zweytes Capitel. n
dürft keine Wissenschaft oder Kunst ausüben ohnedavon die geringste Kenntniß zu besitzen, ausge-nommen die Staatskunst. Mich dünkt jeder Standhabe seine Empirickcr, aber der politische hat diemeisten.
Die Kriegskunst welche die Rechte der Menschheitvertheidigen soll, wird von vielen in der regellosenUebung gesucht. Die meisten glauben sie fodere nebstdem Muthe mehr nichts als den gemeinsten Ver-stand ; sehr selten laßt sich ein Ossicier in den Kopfsteigen, daß sie eine Menge Kenntnisse voraus setze,von denen viele auch mit der Gelehrsamkeit in Ver-bindung stehen. Die wenigsten glauben mit demRitter Folard, sie sey nur für schlechte Köpft einHandwerk, und für feine eine Wissenschaft; odermit dem Grafen Algarotti, sie sey ein System vonder Art wie man angreifen und sich vertheidigen sol-le, das auf die Erfahrung zwar gebaut ist, aberauf die vermittelst der strengsten Untersuchung desVerstandes in Grundsätze gebrachte Erfahrung al-ler Zeiten und aller Völker. Nach dem triumphi.renden Vorurtheile glaubt man von einem Lieute.nant der zehen Narben zeigt, und von einemQuerpftiffer der zwanzig Feldzüge gesehen, sie ha-ben Erfahrung.
Die AMyklltlst ist endlich in den Augen dermeisten Menschen mehr nichts als das ohngefthreGlück für jede Klage ein Recept zu haben, und alsoeine blosse Empirie. Ein Empiricker in der Arzney-kunst ist ein Mensch der um die Naturgeschichte,