zweytes Capitel. 19
terdrückung zu stärken, den Frühling ihres Lebenseiner nächtlichen Lampe zu weyhen, in ruhmloftnTagen dein Unsinn das Schwert» aus den Händenzu reisten, der Dummheit den Scepter zu brechen,diese hundertköpfige Schlange mit Verachtung ihrerRuhe, ihres Glückes, ihres guten Namens zu ver»folgen; von allen Seiten umrungen, von allen Sei-ten verwundet fällt der beträngte Iütrgling in dieMittelmäßigkeit, wenn er an einer bessern Zukunftverzweifelt, seine Kräfte verlassen ihn, zum Stau-be sinkt er, unbeklagt darum sich zu winden, wennnicht der Himmel ihn im Sinken emporhebt.
Sie hindern die Aufnahme der Arzneykunst, derPöbel hat nie gedacht, er nimt in der Wenigkeitseiner Begriffe ohne Untersuchung an, was ihmderjenige sagt, der das Unglück hat ihm zu gefallen,und man gefällt ihm nicht, wenn man nicht denktoder zu denken scheint wie er. Ein vernünftigerArzt dringt nur bey Vernünftigen durch , er kannnicht weise unter Thoren seyn; seine Urtheile von derKrankheit, feine Methoden, seine Mittel werdenmit Verachtung verworfen, alle Kunstgriffe der pö-belhaftesten Verläumduug und der schamlosestenNiederträchtigkeit werden aus dem Wörterbuche derFurien wider ihn zusammen gerast; unermüdet undunaufhaltsam wie die Zunge eines hirnlosen Wei-bes , schreyt die vergötterte Dummheit, er fty einGiftmischer und ein Theoreticus, wenn er nichtdcnkl wie sie. Egyvten hatte bis auf die Zeiten derMamelucken, Aerzte die mit Verstände und eifri-