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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
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44
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zweytes Capitel. zi

so unverschämt, so übermüthig und frech war ergegen die Aerzte die ihm im Wege stunden. Dennsobald er durch diese Künste den Römern angenehmgeworden, unterließ er in keiner Gelegenheit widerdie übrigen Aerzte seine Bitterkeit und seinen bäu-rischen Stolz zu äussern; er fuhr mit einer rasen-den Wuth über alle her - und versicherte er alleinsey ein Arzt. Er begnügte sich nicht lagt Galcmis,die Lebenden zu verachten, zu verläumden und zuverzehren , sondern er verschonte auch den Verstor-benen nicht, und machte sich ein Vergnügen miteben diesem Unsinn den Hipocrates anzubellen.

Die regellose Uebung wird also durch die daherentstehende Verkehrtheit der Begriffe des Wahrenund des Guten der ganzen menschlichen Gesellschaftgefährlich, sie schlägt die Jugend nieder, sie hin-dert die Aufnahme der Arzneykunst , sie begünstigtdie Unwissenheit, die Charlatauerie, und die schwär-zesten Lasier.

III. Capitel.

Don der wahren Erfahrung.

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^Ach werde der falschen Erfahrung die wahre Er-fahrung, dem Unsinn die Vernunft entgegen setzen.Das Wort Erfahrung hat in einem vernünftigenSinne verschiedene Bedeutungen. Die Mathema--