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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
Seite
96
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viertes Capitel.

zwar die Araber lange eh man die Griechen zu ken-nen schien ; endlich verfiel man auf den Galenus amAnfang des dreizehnten Jahrhundertes, und anstatdie in alle ihre Theile zu zerlegende Natur zu be-trachten , zerlegte man in alle feine Theile den Ga-lenus. Um die Aufnahme der Kunst unbekümmert,begnügte man sich diesen grossen Geist zu bewun-dern. Die einen erweiterten seine Schriften durchihre Außlegungen, die andern zogen sie in kleineHandbücher zusammen. Alle schienen entschlossenUeber mit dem Aristoteles und dem Galenuü zu ir,ren, als mit einem andern die Wahrheit zu finden;Ueber wie schwache Rathshcrrcn ganz der Meynungihres Bürgermeisters zu folgen, als selbst eine Mey-nung zu habem.

Endlich kamen die Chimisten. Aureolus PhilippusTheophrastus Paracelsus Bombast von Hohenheim,ein Schweizer aus dem Canton Apenzell, ein gros-fer Chimiste, ein Wundarzt und ein Sternnarr,erfrechte sich eine ganz neue Arzneykunst auf dieRuinen der alten zu bauen. Er verbrannte öffent-lich in Basel von seinem Lehrstuhl die Werke desGalenus und des Avicenna. Er jagt in seinem er-sten Buche von der Pest , man finde bey den Altennichts das uns wahrhaftig helfen könne, weil sie dieCabale und die Magik und folglich auch der Krank-heiten Ursprung nicht verstunden. Er schämte sichnicht in seinen Schriften sich zu rühmen , Galenushabe aus der Hölle an ihn geschrieben, und er selbsthabe in ihren Vorhöfcn mit dem Avicenna disputirt.