i44 Drittes Buch,
Die Verschiedenheit der Krankheiten ist so groß,die Menge der Dinge die zu beobachten sind ist injeder Krankheit so beträchtlich, daß man sie niemalsunbelohnt beobachtet. Wie mehr wir auf alle Um-stände einer Krankheit sehen, desto besser lernenwir sie kennen; wie mehr wir den Lauf, die Eigen-schaften , die Zeichen jeder Krankheit kennen , destoleichter wird uns die Kunst sie zu heilen. Wie mehrwir die Wirkungen einzeler Arzneyen in allen mög,lichen Gesichtspunkten betrachtet und untersucht ha-ben , desto grösser und gewisser wird unsere Hof-nung in der Noth. Man wird sich die wahren Be-griffe von der Beobachtungskunst machen können,wenn ich den wahren Charakter guter Beobachtun-gen zeige.
Die Beobachtungen des Arztes erstrecken sich überalles was die Kunst den Menschen vor Krankheitenzu bewahren und die sich ereignenden Krankheitenzu kennen, zu lindern und zu heilen betrift. Ichhalte mich in diesem Buche vorzüglich an die ersteMedicin wie sie Baglivi nennt, oder die Kunst dieKrankheiten zu beobachten , und bringe dasjenigewas ich von der zweyten Medicin, oder der Kunstsie mit einer grösser» Genauigkeit zn untersuchen undendlich zu heilen , sagen will in das vierte und fünf-te Buch, weil wir beobachten müssen eh wir rai-sonniren können. Von den Arzneyen handle ich erstin dem fünften Buche dieses Werkes, weil das Ge-nie die Arznene» anzeiacn muß, eh es um die
Beo-