drittes Capitel. i<5r
diesen Regeln beschriebene Krankheit wiedersieht. DieUmstände ändern, aber das ganze ändert nicht.
Boerhaavc bezeuget, er sey vormals nie zu einemKranken gekommen, ohne daß er alle Umstände undZeichen seiner Krankheit nach ihrer Ordnung auf-schrieb , und es sey unglaublich, wie viel er auf die,se Weise gelernt habe. Wenn ihr dieses thut spracher zu seinen Lehrjüngern, wenn ihr euch vier oberfünf Krankheiten einer Classe auf diese Weise nachihren Zeichen bekannt gemacht, so werdet ihr auchdieselben sehr leicht in eurem ganzen übrigen Lebenerkennen.
Es ist unmöglich daß sich die Natur widerspreche.Der Haß, der Neid, die Ehrsucht sind bey unswas sie bey den Griechen gewesen. Unsere Leiden-schaften und unsere Thorheiten sind bey ihren Mo-ralisten abgemalt, wie unser Seitenstich und unserTertianficber bey dem Hippoerates. Demohnge-achtet sind die Menschen nicht aller Orten gleich.
Rousseau sagt die Reisebeschreiber lehren uns nichtmehr als was ein jeder weis; sie haben an der an-dern Seite der Welt nur so viel zu bemerken ge-wußt , als sie zu Hause ohne aus ihrer Gaffe zukommen auch gesehen hätten ; darum seyen ihnenjene wahren Züge, jene ächten lind scharfsichtige Au,gen am meisten rührende Unterschiede der Völkerentwischt. Daher komme uns der hübsche und vondem philosophirende» Haufen so oft wiederholteMachtspruch, die Menschen seyen allenthalben gleich,und folglich sey es unnütz die verschiedene Völker znL