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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
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189
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176 DrittesBuch,

Namen, und folglich auf die Gattung der Krank-heit. Die Kenntnis der Gattung mit der Kennt-nis der Zeichen auf die ganze historische Kenntnisder Krankheit. Aber sehr oft noch nicht auf die Kennt-nis ihrer Ursache.

Man nimmt zum grösten Nachtheil des Krankendie ersten Begriffe einer Krankheit aus ihrem innernund unsichtbaren Wefcn. Zum Eckel wird von ge-salzenem , dickem und verdorbenem Blute gespro-chen , ohne daß man den geringsten Beweis hierü.ber führen könne. Nach diesen willkürlichen Sätzenwerden nichts destoweniger alle Erscheinungen einerKrankheit von den Practicis beurtheilt, die Anzei-gen zur Heilung errichtet, die Methoden bestimmt,und die Arzneyen gegeben. Alle Aerzte die mit derKunst die Krankheiten zu beobachten unbekannt ge-wesen , haben in allen Zeiten ihre ganze Kenntnisder Krankheiten auf.dieses elende Geschwätz gebaut.Ihre Namen uud selbst ihre Definitionen flössen nie-mals aus dem äussern Wesen der Krankheiten, weilsie zu stolz das sichtbare zu bemerken, allein auf dasunsichtbare bauten.

Die unmittelbar von den vermeinten nächsten Ur-sachen der Krankheiten hergenommene Namen ge-ben uns nichts als falsche Begriffe. Man ist zwaroft gezwungen solche Namen zu behalten, weil siedurchaus angenommen sind, und weil man ohnedieselben der Menge nicht verständlich wird. Werweis nicht daß die eingebildeten Sprünge der Mut-ter