viertes Capitel. 137
digen , und ob die Krankheit stärker sey als der Kran,kc; der erste, weil die ersten Aerzte mit keiner Krank-heit noch bekannt, zum Exempel einen Schmerz inder Seite mit einem schweren Athem , geschwindenPulse und grossem Durste bemerkten. Alle diese Er-scheinungen waren Zeichen, aber was die inwendi-ge Krankheit selbst sey, wußten sie noch nicht. Nachzween oder dreyen Tagen sahen sie diese Leuthe Blutsveyen, einen dicken Harn von sich geben , und mitdiesen Zeichen gesund werden. Sie sahen einen an-dern Menschen nach dem Schmerz in der Seite ster-ben , vorher aber diese Seite braun und blau wer-den , und in dem Todtenkörper fanden sie dieselbe überund über brandigt. Hieraus konnten sie schliesscn wasfür eine Krankheit in diesen Umständen vorhandensey, nemlich eine heftige Entzündung. Diese Ent-zündung hiessen sie den Seitenstich.
Die Zeichen welche uns den gegenwärtigen Zu-stand des Menschen entdecken, sind die ersten woraufman sieht. Aber man kann oft von dem gegenwär-tigen einen deutlichen Begrif nicht haben, wennman die Zeichen des vergangenen Zustands des Kran-ken hierbcy nicht zu hülf nimt. Wir suchen dieseZeichen durch Fragen herauszubringen. Man frägtnach allen in dein Körper und ausserhalb demselbenvorgegangenen Veränderungen, und sieht durchausaufdas bedeutende. Es ist vor allem aus zu wissennöthig , wenn und mit was für Zufällen die Krank-heit angefangen , in welchen Gegenden des Körperssie sich vorzüglich geäussert, und mit was für Fo!-