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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
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208
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viertes Capitel,

Obschvn die Natur in Ansehung der Abfälle über-Haupt so durchaus methodisch nicht scheint , als esdie Alten versichern , so kann man doch mit Rechtdiese Abfälle nicht läugnen, da zumal Hippocratesselbst nicht erwartete baß sich alle hitzige Krankhei,ten immer durch Abfälle enden. Nur muß man inkältern oder mit einer so reinen Luft wie Griechen»land nicht begabten Ländern/ bey unsrer weniger ge-nauen Lebensordnung, und hauptsächlich bey uns-rer heftigern Heilungsart, bey unsern zahlreichernund bessern Arzneyen nicht allzuabergläubisch aufdieanzeigenden Tage des Abfalls , oder auf die Vor-läufer des gegenwärtigen Abfalls, oder auf allzube-stimmte Tage des Abfalls, sondern vielmehr aufei-ncn weniger umschränkten Zeitpunct warten. Die-ser Zeitpunct scheint hauptsächlich von dem Charak.ter der Krankheit, von den vorhergegangenen Ursa-chen , von der Lebensordnung und den gebrauchtenMitteln abzuhängen; und zwar um so mehr da die-se heilsamen Bewegungen der Natur die Menschenzu ihrer Nachahmung ermuntern. Viele wollen jadurch eine Aderlässe lieber ihr Leben retten als die un-gewisse Hülfe eines Blutsverlusts hoffen; sie wollenlieber den Ausbruch der Pocken oder Masern durcheine Aderlässe befördern als diesen Ausbruch unterunerträglichen Bangigkeiten erwarten; sie wollenlieber durch vieles Trinken den Schweis befördernals den critischen Schweis erwarten ; lieber un-methodisch harnen als methodisch sterben. Hip-pocrates selbst unterstützte in den Abfällen des Seiten-