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Drittes Buch/
Frau Margräfin von Baden Dnrlach bis an die vierlezten Tage vor ihrer Niederkunft für wassersüchtig.
Ein Arzt der vorhersagen will was künftig gesche-hen wird/ kann in sehr vielen Fällen nur sagen/ essey wahrscheinlich daß es geschehen wird / und oftist es unmöglich diese Wahrscheinlichkeit zu sehen.Dle Wahrscheinlichkeit einer Vorhersagung verhältsich wie die Menge ähnlicher Fälle / in welchen manauf gleiche Umstände einen bestimmten Ausgang er-folgen sah. Man glaubt daher nicht daß diejeni-gen / welche die Vorhersagungen des Hippocratesund besonders die Vorhersagungen von Cos gesam-melt/ von jedem Falle so viele Beyspiele erwartethaben / als zu dein höchsten Stafel der Wahrschein-lichkeit gehören. Hippocrates hatte zwar die Beo-bachtungen der Familie des Esculaps vor sich / undalso konnte er durch ihre Erfahrung seine ergänzen;demohngeachtet sah er die grosse Schwierigkeit einerwahrscheinlichen Vorhersagung so wohl ein / daß erkein Bedenken trug zu gestehen / wie bald man hie-rin betrogen sey. Die Vorhersagungen in hitzigenKrankheiten sind ungewiß sagt er / und man kannnicht unfehlbar versichern / ob die Krankheit zum To-de oder zur Gesundheit gehe. Hippocrates hat sich da-rum mit Bitterkeit über die Aerzte seiner Zeiten be,klagt / die durch ihre eitelen und malerischen Weis-sagungen eine an sich so wichtige Kunst lächerlich mach.ten. Diese Griechischen Charlatans waren von derArt derjenigen, die in unsern Zeiten weissagen / werdiesen Winter kein Flusfieber hat wird im Frühling