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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
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274
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sammcn genommene Umstände entscheiden / was auSeiner oder verschiedenen unter sich verbundenen Gat-tungen der Athemzüge fließt.

VII. Capitel.

von der Beobachtung der Zeichen der Rrank-heiten, ihrer Abänderungen und ihresAusgangs, in dem Harne.

>^)ewiß schlägt jeder schlechte Kopf dieses vor al-len andern ihm entgegen läuchtende Capitel zuerstauf, und eben so gewiß wird es auch das letzte seyn, das er aufschlägt, wenn er es liest.

Der Pöbel hält den Harn für den untrüglichenSpiegel von allem was in dem Körper ist und vor.gehl. Er begehrt von dem Arzte, daß er ohne diegeringste Rücksicht auf andere Zeichen, in dem Har.ne den er stillschweigend doch mit bedeutenden Bli-ken auf den Tisch niedersetzt, die ganze Geschichteeines Kranken und seiner Krankheit lese. Diese ab-geschmackten Vorurthcile haben um so viel tiefereWurzeln in schlechten Köpfen geschlagen, weil sieder Patriarch des Aberglaubens Theophrastus Pa-racelsus gepredigt hat, weil sie den Aberglauben be-günstigen , weil sich Aerzte finden die dumm genugsind diese Vorurtheile zu verfechten, und besondersweil sie alt sind.