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siebentes Capitel.
dem Harne gesunder Menschen oft gesehen. Die ei-gentliche Antwort hierauf ist , daß Gottlieb Bonnetschon in dem abgewichenen Jahrhundert diese Hautihres alten Rechts beraubt, weil er gczeiget daß siemehr nichts als eine Haut von der Art sey , die aufdem Wasser schwimmt in welchem Weinstein abge-kocht ist; auch schmelzt diese Haut bey der Annähe-rung des Feuers nicht, sondern wächst in eine sal,zichte Rinde zusammen. Der Herr von Haller sahauf dem Harne eines Menschen der etwas fehlerhafttes in den Nieren hatte, Tropfen eines wahren Oeh,les schwimmen.
So viel hieß mich die Absicht meines Werks vondem Harne schreiben. Er ist in gesunden Menschennach dem Alter, dem Geschlechte, dem Tempera-ment, der Iahrszeit, der Lebensart, und den ge-brauchten Arzneyen verschieden ; in einem hitzigenFieber und in dem Scharbock, und also in Krank,heilen die von einander höchst verschieden sind, gleich;er ist nach den Wahrnehmungen des Herrn Pring-le in dem Fleckenfieber als ein Zeichen so sehr unge-wiß , daß man Kranke mit einem Satze in demsel-ben sterben , und ohne Satz genesen sieht. Auchsahen Hippocrates und der Kayserliche Leibarzt vonHaen in dem Buche der Natur , daß sowohl inhitzigen als in langjamen Krankheiten das auf denHarn allein gebaute Urtheil verführerisch sey, weilin dem gesundesten Menschen der Harn unglaub-lich verschieden ist ; weil er durch auswendige Ursa-chen so sehr verändert werden kann, daß er den Zu-