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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
Seite
322
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a ch t e o C a p i t'e l.

Wirkung einer faulen Materie in den Därmen be-stehe allemal in einer aufferordentlichen Schwachheit.

Von dem Pöbel wird der Mangel der Kräfte ausder blossen Gegenwart der Krankheit geschlossen. Da-her will der Pöbel in hitzigen Krankheiten immer stär.ken / weil er sieht daß man schwach ist wenn mankrank ist , und darum kommen Millionen Menschenum ihr Leben. Aber er sieht nicht, daß in der Auf-nahme der Krankheit nichts schwächt als die Krank-heit , und daß man den Kranken nur dennzumalstärkt, wenn man die Krankheit hebt.

Der gänzliche Mangelnder Kräfte ist oft sehr ge-fährlich , aber er ist es nicht ohne Ausnahme. Manweis daß die verschiedenen Gattungen des eigentli.chcn Scharboks durchaus mit sehr grossen Blödig.keilen und ungc,einer Niedergeschlagenheit des Gei-stes verbunden sind. Nach und nach wird diese Blö,digkeit so groß, daß der Kranke bey den unwichtig-sten Anlässen, bey der geringsten Leibesübung , beydem blossen Anfrechtfitzen in Ohnmachten sinkt dietödtlich sind , wenn man ihn nicht plötzlich nieder,legt. Diese Erscheinung ist in England bey schar-bockigen Matrosen sehr gemein, die nach einer lan-gen Schiffart an das Land gebracht werden.

In andern Fallen ist eine sehr grosse Entkräftunggar nicht gefährlich. Sehr oft habe ich Ohnmach-ten und zuweilen Convulsio»en auf eine Aderlässefolgen gesehen, die sogleich nachgelassen, als manden Kranken in eine horizontale Stellung gebracht.Ich habe sehr oft Weibspersonen von allerhand