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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
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343
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Drittes Buch'

Arzt verkehret; die genaue Beobachtung der Krank-heiten allein , führt uns auf die Kenntnis der Er-scheinungen in den Krankheiten, die aus ihrer Na-tur nicht unmittelbar fliesten. Auch die eigentli-chen Kräfte der Arzneymittel kämen niemals an denTag, wenn man nicht wüßte, was die sich selbst über-lassene Natur in einer Krankheit gutes oder böseswirken kann. Hippocrates hat darum die bestenKrankengeschichten geschrieben, weil er in feinen Bü-chern von den epidemischen Krankheiten fast keinegebrauchten Arzneyen anführt, und sogar nicht ver-heelct, seine meisten Kranken seyen gestorben.

Ueberhaupt bedienten sich die Alten weniger Mit.tel, nicht gar häufiger Aderöfnungen, und einerdünnen wäßrichten Diät. Sie beschäftigten sichhauptsächlich mit der Beobachtung der Zeichen derKrankheiten, ihres Fortgangsund ihres Ausgangs,und suchten in der Kunst die dunkelsten Krankheitenzu erkennen und ihren Ausgang vorherzusagen, ihreEhre. Vielleicht dachte» sie wie Rousseau, sie könn-ten übel sehen was man thun solle, und darum wol,tcn sie den Gegenstand wohl sehen, auf welchen sichalle Handlungen des Arztes gründen.

Wer sich also um die wahre Erfahrung in dcrArz-ncyknnst bewirbt, muß sich vorerst um die wahre Ge-schichte der Krankheiten bewerben, denn diese ist diewahre und unveränderliche Grundlage der Kunst.Nach der Beobachtung der einzelcn Krankheiten ord-net er in die allgemeine Geschichte der Krankheitenjede Erscheinung, wie sie in der Natur bey dcn mci-