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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
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357
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viertes Buch,

und gewissen, oder nach viele», verwickelten, wan-kenden und ungewissen Grundsätzen schließt. Jenesgeschieht in der Mathematick und zuweilen in derPhysick; dieses in der Staatskunst , in der Kriegs-kunst und in der Arzncykunst. Die Begriffe fliestenin dem ersten Falle von selbst , sie werden in demzweyten geschaffen. Man gelangt darum zu den ei,nen dieser Wissenschaften und Künste geschwinder alszu den andern.

Der Preis der Arbeitsamkeit kommt mit den be-glückten Gaben der Natur in keine Verglcichung.Alles was nur Gedächtnis und Fleiß fodert, die Ge.schichte der natürlichen Körper und ihrer Wirkun.gen und selbst in den Künsten die unerheblichen Nc-bcnumständc , die lezte Ausführung eines Bildes ,werden dem Genie abgerechnet weil man sie demFleisse zuschreibt. Durch Gedult und Arbeitsam-keit lernt man bald das kleine in der Mathematick,und auch endlich das mittelmäßige. Hingegen thut beyeiner Kunst die sehr oft auf blossen Wahrscheinlich-keiten ruht, und in welcher der gute Ansschlag vonder Geschicklichkeit abhängt den höchsten Grad die-ser Wahrscheinlichkeit schnell zu fassen, Gedult undArbeitsamkeit das wenigste, das Genie das meiste.

Eine Kunst ruht sehr oft auf der blossen Wahr-scheinlichkeit , wenn sie nicht für alle Fälle unum-stößliche Nchcln hat, wenn es nicht angeht einer ge,wissen Vorschrift in allen Fallen zu folgen, wenn derGeist ohne genugsam unterrichtet zu seyn handelnmuß als wenn er es wäre, wenn er nach sehr verän-