erstes Capitel. ?4?
derlichen Umständen allein sich richten kann, und viel-mehr der Wahrheit sich nächrt als sie erreicht. DieSraatskunst, die Kriegskunst und die Arzneykunst sindvon dieser Art.
Die Gesczlheit des Geistes ohne welche man nie-mals mit Klugheit nach den Umständen sich richtet,ohne welche man dem Widerspruch ausgesetzet undder Besonnenheit beraubt ist, diese Stärke des Gei-stes welche durch den Verstand die Einbildungskraftbindt, die in allen Umständen des Lebens den Geistvor aller Furcht, Ausschweifung, Unbedachtsamkeitund Uebereilung verwahret, und welche diejenigendie von dem Genie nur dichterische Begriffe habendem Genie abläugnen, herrscht in dem Genie deSStaatsmanns. Ohne dieses Genie hätte einen Pitt,wie der Herr von Moser vortreflich gesagt, die Weis-heit , die Kedult, die Geschmeidigkeit des Geistes nichtbelebet, nut der er das Glas voll jährender Säfte soeben trug, daß es nie überloff.
Die Fertigkeit mit einem Blicke alle möglichenFälle zu fassen, das Beste nach der äussersten Wahr-scheinlichkeit mit Besonnenheit zu sehen und Feuer-voll zu thun , sind in einem Feldherrn von der er-sten Grösse das Werk des Genies. Eine allzuklugeLangsamkeit und eine allzubehutsame Wahl der Um-stände und der Zeit sind zuweilen nicht »»beglückt,aber sie sind auch oft die grösik Hindernis des Glü-ckes , das man plötzlich ergreifen oder plötzlich ver-lieren muß. Darum sagte der Herzog von Guisc,wozu ich mich in einer Viertelstunde nicht entschlief-