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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
Seite
390
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drittes Capitel. ;??

Beobachtungsqeist angefangen. Es erforscht die Ur-sachen durch die Wirkungen.

Die Ursache läßt sich in der Wirkung, die Ord-nung in der Verwicklung nicht finden, wenn mannicht mit dem äussersten Scharfsinn in jeden Um-stand hincintritt, und bis in ihr innerstes jede Er-scheinung verfolget. Wer einmal den Grund einerKrankheit erreicht hat, sieht jeden Umstand nach die-sem Grunde sich biegen, jede Erscheinung an eineandere Erscheinung sich schmiegen,' und die ganzeKrankheit die Wirkung der wohlbestimmten Ursacheseyn; diese Entdeckungen macht das Genie allein,weil es den Zusammenhang der Ursache mit der Wir-kung entdecket. Das Genie des Arztes äussert sichvorzüglich durch die Fertigkeit die Ursachen der Be-gebenheiten zu finden.

Diese Fertigkeit ist der nie genug zu preisende phi-losophische Geist, der sowol die Ursachen jeder Wir-kung als die Grundsätze jeder Sache erforschend dengrösten und wichtigsten Endzweck erreicht, den eindem Strome der Vorurtheile entrissener Mensch aufder Erde, und der Arzt in dem ganzen Umfang sei-ner Kunst hat. Ein Philosoph begnügt sich nichtdie Dinge zu wissen wie sie sind; er untersucht auchden Grund warum sie sind. Der Pöbel sieht nie-mals eine Sache wie sie ist, und nie warum sie ist.

Ein philosophischer Geist führt uns durch sein Lichtvon dem sinnlichen auf das abgezogene, von demeinfachen zu dem zusammengesetzten, von gutenBeobachtungen auf richtige Vernunftschlüsse, von