;86 viertes Buch,
Ausgang ab, weil die wenigsten Menschen wissenwenn der Staat blühet oder sinket und der Krankegesund wird oder stirbt, ob das eine oder das an-dere das Werk des Staatsmanns, und des Arztessey. Der unwissendeste unter allen Menschen siehtden aufgeklärtesten Arzt für den dümmsten unter al-len Menschen an sobald ihm ein Kranker stirbt,tausend glückliche Euren werden inzwischen verges-sen , weil man will daß ein aufgeklärter Arzt nichtglücklich sondern unglücklich sey. Der elendeste Kopfgetraut sich von einem Arzte zu versichern er sey glück-lich , weil er zu dumm ist die einfältigen Ursachenzu finden warum in diesem oder jenem Falle ein Kran-ker dem glücklichen Arzte nicht gestorben ist, oderweil er will daß dieser Arzt glücklich sey. Er ver-sichert auf die entscheidendeste Weise ein anderer seyunglücklich, weil die Ursachen dieses vermeinten Un-glückes allzutief vor ihm verborgen liegen, oder weiler will, daß dieser Arzt unglücklich sey. Der vor«treflichste Arzt ist nicht immer glücklich, der elendesteArzt ist nicht immer unglücklich, weil das Glück ei-nes Arzres sehr oft ein Zusammenfluß verschiedenervortheilhafter Umstände ist, welche die Wünsche ei-nes Arztes begünstigen ohne daß er selbst dazu etwasbeyträgt.
Man verfehlt die Ursachen, wenn man bey ihrerErforschung anstatt anfalle Umstände zu sehen, nurdurch den Ausgang auf die Ursachen schließt. Inden ältesten und barbarischen Zeiten von Egnptenwurden die Aerzte nach dem Ausgang allein beloh-