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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
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441
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428 viertes Luch,

Betrachtungen kam Stahl auf den Einfall eine Ab-handlung von der Seltenheit der Krankheiten zuschreiben. Er hat in derselben gezeigt die Lehre vonden Krankheiten sey darum hauptsächlich fehlerhaft,daß man allzugemcine und alltäglich vorkommendeErscheinungen zu Ursachen von Krankheiten mache,und daß nicht nur kein Mensch einen einzigen Taggesund wäre, sondern nothwendig in einem Tagemit vielen Krankheiten auf einnial behaftet seynmüßte, wenn sich die diesen Ursachen zugeschriebeneWirkungen in der That verhielten wie man jagt.Mich dünkt der vortrcfliche Stahl habe sich bey die-sen Einwürfen nicht erinnert, daß die Aerzte dasWort Ursache in einen» weitlauftigen Sinne neh-men , und überhaupt durch Ursache alles verstehenwas bey der Hervorbringung einer Krankheit mit-wirkt, ohne es darum für die eigentliche Ursacheder Krankheit anzugeben. Folglich redt niemand vonUrsachen ohne Wirkung, oder Wirkungen ohneUrsache.

Wir müssen uns gleichwohl bemühen alle Ursa-chen einer Wirkung zu wissen. Unsere Urtheile sindallemal sehr fehlerhaft, wenn wir anstatt alle Ur-sachen zu zergliedern, an einer hangen. Vor demBoerhaave fielen die meisten Aerzte in diesen Jrthum,er hingegen lehrte die Mannigfaltigkeit der Ursacheneiner einzigen Wirkung. Galenus hatte eine ein-zige Ursache für alle genommen, da er sagte dieWärme sey die Ursache der Dünung; er übcrgiengdas Athemholen, die Bewegung des Magens, die