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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
Seite
469
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4;6 Viertes Buch,

und zerstreut ist. Wie mehr sich nun daS Wasse-rn der Luft von uns entfernet, und wie mehr alsounsere Luft von Dünsten rein wird, destomehrentwickelt sich ihre elastische Natur. Du Schnell,kraft der L"ft verhält sich daher wie ihre Schwere,und ihre Wirkungen sind folglich nicht verschieden.

Die vermehrte Schwere der Luft, ein trocknenund Heller aber nicht allzuwarmer Himmel vermeh-ren unsere Munterkeit und unsere Kräfte. Vermit-telst des grösser» Druckes der Luft werden die Ner-ven und die Gesa ist: stärker und wirksamer, dasBlut macht seinen Umlauf mit mehrerer Fertigkeit,die inwendige Wärme wird vermehrt, die Eßluststeigt und die Dauung ist besser, die Säfte werdenrichtiger abgeschieden, der natürliche Abgang desKörpers kommt in stine Ordnung, die Seele inin den Stand ihrer Freyheit. Eine lang anhalten-de trockne, helle und kalte Luft erreget die Munter-keit der Seele so sehr, daß auch der dickste Hollän-der in dieser Zeit dem muntersten Franzosen gleicht.Eine sehr schwere Luft hat mit einer sehr grossenKälte verbunden die gleiche» Nachtheile der trocknenund sehr kalten Luft. Aber es war ein seltsamerGedanke den Scheuchzer gehabt, daß die grössereSchwere der Luft die Ursache von dem Heimweheder Schwerer sey. Ich werde von hem Hcimwehein dem Capitel von den Leidenschaften reden. HerrScheuchzer ist von andern zur Gnüge widerlegt.

Die Lust ist fticht, wenn man auf hohen Ber-gen eine geringere Luftsäule auf sich hat, oder wenn