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Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
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543
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5;o viertes Buch,

die Gallerte unter allen Menschen, aber am mei-sten unter den Practicis welche bekanntlich die Grund.Pfeiler aller herrschenden Irthümer und fabelhaf-ten Meynungen in der Arzncykunst sind. Man willdie Gallerte, die aus dem Kalbfleisch häufiger alsaus dem Rindfleisch , aus dem Schaffleisch wenigmehr als aus dem Kalbfleisch, aus dem Hünerfleischweniger, und aus einem alten Hahn gedoppelt soviel als aus dem Kalbfleisch gezogen werden, allenMenschen aufdringen die einen schwachen Magenhaben , und besonders Ausgemergelten. Hüteteuch , rief Bocrhaave den Practicis zu, daß ihrGallerte oder Kraftbrühen einem schwachen Magenanvertrauet, denn sie werden nur durch grosse Kräf-te verdaut, und verwandeln sich in einen wahrenLeim, wo diese Kräfte nicht vorhanden sind. Esist ein pöbelhafter Irthum setzt dieser Lehrer allerwahren Aerzte hinzu, daß man glaubt Gallerte undKraftbrühen seyen um so viel stärkender als sie un-vermengtcr sind, da doch gewiß ist daß sie mit zehn-fachem Wasser geläutert, einem schwachen Magenum so viel zuträglicher wären.

Die Fische zeugen überhaupt die Fäulung nichtso leicht als das Fleisch. Man muß ihnen auch dieschlimmen Wirkungen nicht zuschreiben, die mandem bey ihrem Abkochen überflüssig gebrauchten Ge-würze zuschreiben soll, und dies besonders wenn mangesunde Fische wählet. Es giebt sogar schwacheMagen die das Fleisch fast nicht ohne Schaden ver-tragen , dennoch so wohl Salzwasser Fische als süs-