Buch 
Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
Seite
551
JPEG-Download
 

viertes Buch,

der Geist. Cheyne hat gesagt, und ich erfahre eSalle Tage meines Lebenö an mir selbst, daß maneinen reinen Magen haben muß, wenn man einenaufgeheiterten Geist haben will. Ein Knabe der ineinem Walde gefangen worden, halte wegen seinerdünnen Diät einen so sehr scharfen Geruch daß eralle gesunden Pflanzen von den schädlichen unterschei-den konnte, er verlor aber diesen Geruch sobald eraß wie andere Menschen. Ein Blinder war imStande durch das Gefühl die Farben zu unterschei-den , aber er hatte dieses Gefühl nur wenn er einenleeren Magen hatte. Pythagoras war im Essensparsam und im Trinken mäßig , damit er seinenGeist zu der Höhe erhebe, die er erreicht hat. Car-neades wünschte so sehr den Stoiker Chrysippus ineinem gelehrten Wettstreit zu überwinden, daß ermit Nieswurz sich purgirte, damit sein Geist freyersey und das Feuer seiner Einbildungskraft mit meh-rerm Nachdruck wider diesen Stoiker wirke. Pro-togenes lebte die ganze Zeit hindurch, als er mitdem Gemählde des Ialysus beschäftigt war unge-mcin niäßig , damit er durch allzuhäufige oder all.zugrobe Speisen die Feinheit seiner Empfindungenund seines Geschmackes nicht abnutze. Ich lese der-bem Philo , die Therapeuten haben vor Untergangder Sonne nicht speisen dürfen, weil sie geglaubt dieBestrebung nach Weisheit sey allein der Klarheit desTages würdig und man müsse für den Körper nurim dunkeln sorgen, viele asscn darum fast gar nichts,und lebten bis an den sechsten Tag.von dem Klang