Buch 
Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
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619
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viertes Buch,

lichen Samens mehr schwäche als der Verlust vonvierzig Unzen Blut, der stärkste Mann ist nach derverliebten Epilepsie in etwas caputt. Aretäus sagt,der Same allein macht uns lebhaft, hitzig, geglie-dert, zottigt, laut, kühn, mulhvoll, und zu allengrossen Unternehmungen geschickt.

Der allzuhäufige Beyschlaf nimmt also überhauptden Nerven ihre Kraft. Er schwächt den Magen,die Därme, die Dauung, die Kochung der Säfte,die Nahrung, die Augen, das Herz, das Hirn,den Körper und den Geist, er löscht die Liebe zumSchönen und zum Grossen aus, und übergibt unsin der Blüthe unserer Jahre den Schrecknissen eineshohen Alters. Alle Städte wo man durch denzaumloscn Hang nach der elenden Lust von einemAugenblicke, durch ein Geräusch und Glückseligkeitdas ein Herz voll tausendfachen Kummer mühsamverbirgt, durch die Unrcinigkeit der Sitten, bewei-sen will daß man zu leben weis, zeigen uns darumvorzüglich so viele verdorbene Constitutionen, soviele hagere Todesgestaltcn, so viele kleine Witzlin-ge und zu grossen Unternehmungen ungeschickteKöpfe, so viele gedankenlos durch das menschlicheLeben spuckende Schwindelgeister, so viele in ihrenbesten Jahren schon entnervte Riesen mit zusammen-gesezten Mienen von zwcydeutiger Freundlichkeit,und teuflisch schleichenden Blicken.

Auch der Ehestand schließt diese Uebel nicht aus.Viele Männer verlieren in dem Schose des Ehe-bettes alle Munterkeit des Leibes und der Seele.

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